Landkreis Günzburg

Winterreifenpflicht

Schon seit Ende 2010 gelten verschärfte Vorschriften zu den Winterreifen. Danach dürfen Fahrzeuge bei „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte auf der Fahrbahn“ nur noch mit den dafür zugelassenen Reifen gefahren werden. Dies waren die sog. „M+S“ Reifen. Die technischen Anforderungen an Winterreifen im Sinne des Verbrauchers zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurden jedoch mit einer Änderung der straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften im Juni 2017 neugefasst und präzisiert.

Neu ist:

  • Als Winterreifen gelten nur noch Reifen, die mit dem sogenannten „Alpine“-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) gekennzeichnet sind. Damit wurden erstmals verbindliche Mindestanforderungen an die Leistungsfähigkeit von Winterreifen bei schneebedeckten Straßen festgelegt. Das "Alpine"-Symbol wird damit zum Qualitätssiegel für Winterreifen. Es reicht nicht mehr aus, wenn die Reifen mit einer „M+S“-Kennzeichnung versehen sind. Während die Bezeichnung „M+S“ keinen einheitlichen Prüfkriterien unterliegt, muss beim „Alpine“-Symbol der Reifen mit einem standardisierten Modell verglichen werden und einheitliche Prüfverfahren und strenge Kriterien überstehen.

  • Übergangsfrist: „M+S“ Reifen, die bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt wurden, dürfen bis 30. September w2024 (auch bei winterlichen Bedingungen) weiterverwendet werden.

  • Einige Fahrzeuge (z.B. motorisierte Krankenfahrstühle, einspurige Fahrzeuge) wurden von der situativen (witterungsabhängigen) Winterreifenpflicht ausgenommen, da es für diese Fahrzeuge keine Winterreifen gibt. Für diese Fahrzeuge wurde stattdessen eine zusätzliche erhöhte Sorgfaltspflicht für das Fahren ohne Winterreifen bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte in die StVO aufgenommen. In der Praxis bedeutet das, dass der Fahrer in diesen Fällen vor Antritt der Fahrt prüfen muss, ob es erforderlich ist, die Fahrt durchzuführen, weil z. B. das Ziel mit anderen Verkehrsmitteln nicht erreichbar ist. Zusätzlich muss der Fahrer in diesen Fällen während der Fahrt einen Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeug von mindestens der Hälfte der gefahrenen Geschwindigkeit in Meter einhalten (halber Tachowert) und nicht schneller als 50 km/h fahren.

  • Ab sofort wird nicht nur der Fahrzeugführer, sondern auch der Halter mit einer Geldbuße zur Verantwortung gezogen, wenn er zulässt oder sogar anordnet, dass sein Fahrzeug bei Schnee oder Glatteis ohne Winterreifen unterwegs ist. Außerdem wird ein Punkt im Fahreigungsregister in Flensburg eingetragen.


Die Regelung bedeutet also auch zukünftig ein Benutzungsverbot für Sommerreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen. Daher muss beispielsweise niemand Konsequenzen befürchten, der sein Fahrzeug bei Schnee und Eis mit Sommerreifen lediglich parkt. Einen festen Zeitraum für eine generelle Winterreifenpflicht, die an ein bestimmtes Datum anknüpft gibt es in Deutschland nicht. Es besteht eine situative (witterungsabhängige) Winterreifenpflicht, welche alle Fahrzeugführer und -halter, also auch solche mit im Ausland zugelassenen Fahrzeugen, betrifft.

Vor einer Fahrt ins Ausland sollte man sich immer gut informieren, damit das Fahrzeug entsprechend ausgerüstet ist. In einigen benachbarten europäischen Ländern besteht generell eine Winterreifenpflicht (z. B. in Estland, Finnland, Lettland, Schweden, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien). In vielen Ländern besteht zwar keine generelle Winterreifenpflicht, jedoch zum Teil eine situative (witterungsabhängige) Winterreifenpflicht. Aufgrund unterschiedlicher Regelungen sollte man sich vor Antritt der Reise über eine etwaige Winterreifenregelung erkundigen und vor Ort die Beschilderung beachten.

Das Landratsamt empfiehlt, dass der Umstieg auf Winterbereifung frühzeitig erfolgen sollte. Zum einen sind die Wartezeiten bei Händlern und Werkstätten bei Wintereinbruch sehr lang. Zum anderen ist die Reifenauswahl zu Saisonbeginn am größten.

Tipp: In den überwiegenden Fällen müssen die Winterreifen nicht dieselbe Größe haben wie die Sommerreifen. Die zulässigen Reifengrößen sind seit Umstellung auf die neuen Fahrzeugpapiere im Oktober 2005 nicht mehr in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) eingetragen. Welche Alternativen möglich sind, ergibt sich aus dem sogenannten CoC-Papier (EG-Übereinstimmungsbescheinigung). Das CoC-Papier enthält sämtliche technischen Daten des Fahrzeugs und wird bei der Auslieferung vom Hersteller mitgegeben. Sollte es nicht vorliegen, kann der Händler weiterhelfen.

Die erlaubten Reifen- und Felgendimensionen lassen sich im CoC-Papier, das als Kopie im Auto mitgeführt werden sollte, unter den Punkten 35 und/oder 52 finden. In einigen Fällen ist es darüber hinaus sogar möglich, dass abweichend vom CoC-Papier weitere Reifengrößen zulässig sind. Darüber kann ebenso der Händler bzw. Hersteller informieren. In diesem Fall muss die neue Reifengröße jedoch in den Fahrzeugpapieren als technische Änderung eingetragen werden.


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