Feldgeschworene stehen für Heimat, Verlässlichkeit und gelebtes Ehrenamt

2. Oktober 2026

Mehrere Feldgeschworene aus dem Landkreis Günzburg für langjährige Tätigkeit ausgezeichnet

Sie kennen alte Grenzverläufe, wissen um historische Grenzzeichen und bewahren Wissen, das oft über Generationen weitergegeben wurde. Mehrere Feldgeschworene aus dem Landkreis Günzburg sind für ihre langjährige Tätigkeit mit der Ehrenurkunde des Bayerischen Staatsministers der Finanzen und für Heimat ausgezeichnet worden.

Bei einer Feierstunde im Landratsamt Günzburg würdigte Landrat Hans Reichhart den außergewöhnlichen Einsatz der Geehrten. Gerade bei Fragen rund um Grundstücksgrenzen seien Erfahrung, Fingerspitzengefühl und eine gute Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten gefragt.

Ihr Engagement ist für unsere Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Sie übernehmen Verantwortung, schaffen Vertrauen und sind für die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für die Verwaltung verlässliche Ansprechpartner.

Hans Reichhart, Landrat des Landkreises Günzburg

Ein Ehrenamt mit langer Tradition

Das Amt der Feldgeschworenen gilt als ältestes kommunales Ehrenamt in Bayern und ist seit 2016 Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Die Feldgeschworenen unterstützen die staatliche Vermessungsverwaltung bei der Kennzeichnung und Überwachung von Grundstücksgrenzen.

Dabei bringen sie nicht nur ihre hervorragenden Ortskenntnisse ein, sondern auch ein über Generationen weitergegebenes Wissen über historische Grenzverläufe, Grenzzeichen und örtliche Besonderheiten. Gerade diese Verbindung aus überliefertem Wissen und heutiger Vermessungstechnik macht ihre Arbeit bis heute besonders wertvoll.

„Auch im Zeitalter modernster Vermessungstechnik und künstlicher Intelligenz ist die tatkräftige Unterstützung der Feldgeschworenen von großer Bedeutung“, sagte Ulrich Fackler, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Günzburg. „Sie sind der Inbegriff von Heimat. Bei Vermessungen erleben und vermitteln sie Heimat auf eine ganz besondere Weise.“

Als Vermittler zwischen Bürgerinnen und Bürgern und den Behörden helfen die Feldgeschworenen dabei, Grenzangelegenheiten sachlich, bürgernah und konstruktiv zu lösen.

Ehrenamt auf Lebenszeit

Die Bestellung zum Feldgeschworenen erfolgt auf Lebenszeit. Viele Ehrenamtliche begleiten dieses Amt deshalb über mehrere Jahrzehnte hinweg und verbinden damit ein hohes Maß an Pflichtbewusstsein und persönlicher Verbundenheit.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich diese langjährige Verbundenheit bei Leonhard Bader und Karl Pfaller aus Dürrlauingen, die seit sechs Jahrzehnten als Feldgeschworener tätig sind.

60 Jahre als Feldgeschworener sind eine außergewöhnliche Leistung. Sie haben dieses Ehrenamt über sechs Jahrzehnte hinweg mit großer Verlässlichkeit und persönlichem Engagement ausgeübt – und dabei miterlebt, wie sich Gesellschaft und Technik grundlegend verändert haben. Dieses langjährige Wirken verdient unsere besondere Anerkennung und unseren herzlichen Dank.

Hans Reichhart, Landrat des Landkreises Günzburg

Rund 550 Feldgeschworene im Zuständigkeitsbereich

Im Zuständigkeitsbereich des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Günzburg, der die Landkreise Günzburg und Neu-Ulm umfasst, engagieren sich rund 550 Feldgeschworene. Bayernweit sind es etwa 27.000 Menschen, rund 2.400 davon in Schwaben.

Sie halten damit nicht nur eine jahrhundertealte Tradition lebendig, sondern leisten auch heute einen wichtigen Beitrag für Rechtssicherheit, Bürgernähe und ein gutes Miteinander in den Gemeinden.

Die Geehrten

Für 60 Jahre:
Leonhard Bader (Dürrlauingen), Karl Pfaller (Dürrlauingen)

Für 50 Jahre:
Karl Pfänder (Aichen)

Für 40 Jahre:
Franz Haugg (Balzhausen)

Für 25 Jahre:
Johann Schleifer (Ichenhausen), Albert Baur (Kammeltal), Christian Schimpfle (Ichenhausen)