Gedenkveranstaltung für Prof. Dr. Hans Maier in der ehemaligen Synagoge Ichenhausen

15. Juli 2026

Mit einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung haben der Landkreis Günzburg, die Stadt Ichenhausen, die Hans-Maier-Realschule Ichenhausen und die Stiftung Ehemalige Synagoge Ichenhausen des am 8. Juni 2026 verstorbenen Staatsministers a. D. Prof. Dr. Hans Maier gedacht. Die Feierstunde fand in der ehemaligen Synagoge Ichenhausen statt, einem Ort, der für Hans Maier über viele Jahre hinweg von besonderer persönlicher und historischer Bedeutung war.

Landrat Hans Reichhart würdigte Hans Maier als Persönlichkeit, die den Landkreis und darüber hinaus das gesellschaftliche Leben nachhaltig geprägt hat. Er sagte:

Er war ein Brückenbauer, eine Stimme der Besonnenheit und Klarheit. Er hat Orientierung gegeben.

Der Landrat betonte, dass mit Hans Maier ein außergewöhnlicher Staatsmann, Wissenschaftler und Humanist geehrt werde, dessen Wirken für Bildung, Demokratie und Erinnerungskultur weit über die Region hinausstrahle.

Eine besondere emotionale Note erhielt die Gedenkveranstaltung durch die Erinnerungen von Hans Maiers Tochter, die von seiner Kindheit berichtete und schilderte, wie er seinen Weg in die Politik gefunden hat. Sie machte deutlich, dass hinter dem öffentlichen Leben von Hans Maier eine prägende Familiengeschichte stand, in der Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Gerechtigkeitssinn und Respekt vor anderen Menschen von Beginn an eine zentrale Rolle spielten.

Der Ichenhausener Bürgermeister Robert Strobel erinnerte an die Spuren, die Hans Maier in Ichenhausen hinterlassen hat. Er hob insbesondere sein langfristiges Engagement für die Stadt hervor:

Er hat sich für Bildung, Kultur und Demokratie eingesetzt. Ichenhausen sagt heute Danke!

Eine enge Verbindung besteht zwischen Hans Maier und der Hans-Maier-Realschule Ichenhausen, die seinen Namen als Ausdruck der Anerkennung seines besonderen Einsatzes für Bildung, Demokratie und kulturelle Verantwortung trägt. Der Realschulrektor und die Schülersprecherinnen erinnerten in ihren Beiträgen an persönliche Begegnungen mit Hans Maier, an Gespräche, in denen er den Schülerinnen und Schülern Mut gemacht und ihnen vermittelt hat, wie wichtig politische Bildung und gesellschaftliches Engagement sind. Sie erklärten: „Wir sind dankbar, dass wir als Schulfamilie seinen Namen tragen dürfen.“ Damit machten sie deutlich, dass die Werte, für die Hans Maier stand, in der Schulgemeinschaft weiterleben.

Bundesminister a. D. Dr. Theo Waigel, der Hans Maier über viele Jahrzehnte persönlich und politisch verbunden war, hielt die zentrale Gedenkrede. Er erinnerte an den politischen Werdegang Hans Maiers, an seine Rolle als Staatsminister, an seine wissenschaftliche Arbeit und seinen Einsatz für die demokratische Kultur in Bayern und Deutschland. Dr. Waigel betonte: „Er war ein respektierter Politiker und ein liebevoller Mensch.“

Die Wahl der ehemaligen Synagoge Ichenhausen als Veranstaltungsort unterstrich erneut Hans Maiers Engagement für die Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte Bayerns und für die Bedeutung historischer Erinnerungsorte. Für ihn war die ehemalige Synagoge ein Ort, an dem Geschichte lebendig bleibt und Verantwortung für die Zukunft vermittelt wird.

Mit der Gedenkveranstaltung setzen der Landkreis Günzburg, die Stadt Ichenhausen, die Hans-Maier-Realschule Ichenhausen und die Stiftung Ehemalige Synagoge Ichenhausen ein deutliches Zeichen für Erinnerung, Demokratie und Verantwortung. Sie würdigten einen Mann, der als Brückenbauer zwischen Generationen, Kulturen und politischen Lagern wirkte und dessen Lebenswerk weit über seinen Tod hinaus nachwirken wird.