Kreisabfallwirtschaftsbetrieb zieht positive Bilanz: Jahresgewinn von 988.000 Euro und deutlich weniger Abfall

2. Oktober 2026

Der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Günzburg hat das Geschäftsjahr 2024 mit einem Jahresgewinn von 988.000 Euro abgeschlossen. Damit liegt das Ergebnis über den Erwartungen. Bei der Vorstellung des Jahresabschlusses im Werkausschuss zog Werkleiter Anton Fink eine positive Bilanz:

Wir können mit der Bilanz sehr zufrieden sein

Werkleiter, Anton Fink

Erträge über dem Wirtschaftsplan

Die Erträge beliefen sich auf rund 18,146 Millionen Euro und lagen damit etwa 1,208 Millionen Euro über dem Wirtschaftsplan. Dazu beigetragen haben Einnahmen aus den Grundgebühren sowie aus den Leistungsgebühren für die Haus- und Biomüllabfuhren, bessere Erlöse aus der Wertstoffverwertung sowie höhere Einnahmen aus der Entsorgung nicht brennbarer Abfälle auf der Deponie Burgau. Gleichzeitig blieben die Aufwendungen insgesamt unter den geplanten Kosten. Einsparungen gab es insbesondere beim Material- und Personalaufwand sowie bei den übrigen betrieblichen Aufwendungen.

Abfallmengen nach dem Hochwasser deutlich zurückgegangen

Bei den Abfallmengen zeigt sich im Jahr 2025 eine deutliche Normalisierung. Nach den hohen Mengen infolge des Jahrhunderthochwassers im Jahr 2024 sank die Gesamtmenge der zu beseitigenden Abfälle von 88.935 auf 83.379 Tonnen.

Besonders deutlich ist der Rückgang beim Sperrmüll. Ohne Altholz wurden 2025 3.987 Tonnen erfasst und damit 41 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Menge des Elektro- und Elektronikschrotts ging um drei Prozent zurück. Viele durch das Hochwasser beschädigte Großgeräte waren bereits 2024 entsorgt worden.

Auch beim Hausmüll ist ein Rückgang zu verzeichnen. Die Menge sank von 15.200 auf 14.803 Tonnen. Damit wurden 2025 im Landkreis Günzburg 113,78 Kilogramm Hausmüll pro Person produziert.

Besonders stark ging die Menge bei Baum- und Strauchschnitt sowie Grüngut zurück, die sich von 28.467 auf 23.269 Tonnen verringerte.

Die verwertete Biomüllmenge stieg 2025 leicht um ein Prozent auf 6.349 Tonnen. Gleichzeitig wurden rund 5,5 Prozent mehr Biomüllgefäße ausgegeben. Auch die Altholzmenge nahm leicht um ein Prozent zu, die Sperrschrottmenge um zwei Prozent.

Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich beim Gewerbemüll. Hier stieg die Menge um 21 Prozent auf 7.828 Tonnen. Eine eindeutige Ursache für diesen Anstieg lasse sich derzeit nicht feststellen, so Fink.

Unterschiedliche Entwicklung bei den Wertstoffen

Bei den für die dualen Systeme erfassten Wertstoffen entwickelten sich die Mengen unterschiedlich. Die Menge der Glasverpackungen ging um 14 Prozent auf 3.181,46 Tonnen zurück. Bei den Leichtverpackungen war dagegen ein Anstieg um zwei Prozent auf 4.408,51 Tonnen zu verzeichnen.

Verwertungsquote erneut gestiegen

Besonders positiv entwickelt hat sich die Verwertungsquote. Sie gibt an, welcher Anteil der insgesamt erfassten Haushaltsabfälle als Wertstoff über die kommunalen und dualen Systeme erfasst und einer Verwertung zugeführt wird.

Im Landkreis Günzburg lag die Quote 2025 bei 74,3 Prozent und damit über dem Vorjahreswert von 73,2 Prozent.

Damit liegt der Landkreis weiterhin deutlich über dem bayerischen Durchschnitt, der 2024 66,5 Prozent betrug. Seit 2016 übertrifft die Verwertungsquote im Landkreis Günzburg damit durchgehend den gesamtbayerischen Durchschnitt.