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Landkreis Günzburg

Neuer Lernort geplant:

Kooperation der HNU mit dem Areal Digital in Günzburg

 

Auf dem Bild zu sehen sind , HNU-Präsidentin Prof. Dr. Uta M. Feser mit Landrat Dr. Hans Reichhart
Auf dem Bild zu sehen sind HNU-Präsidentin Prof. Dr. Uta M. Feser mit Landrat Dr. Hans Reichhart, Leipheims Bürgermeister Christian Konrad und Prof. Dr. Jürgen Grinninger

v. l. Prof. Dr. Jürgen Grinninger, Landrat Dr. Hans Reichhart, HNU-Präsidentin Prof. Dr. Uta M. Feser, Leipheims Bürgermeister Christian Konrad

Zu sehen ist eine Delivery and Pickup Station.

Die Hochschule Neu-Ulm (HNU) und der Landkreis Günzburg planen einen Außenstandort der HNU als extramuralen Lernort des Studiengangs „Systems Engineering“ im digitalen Gründerzentrum Areal Digital in Leipheim. Dazu haben sich am Dienstag, 26. Juli 2022, HNU-Präsidentin Prof. Dr. Uta M. Feser mit Landrat Dr. Hans Reichhart, Leipheims Bürgermeister Christian Konrad und Prof. Dr. Jürgen Grinninger getroffen.

Präsidentin Prof. Dr. Uta M. Feser, Landrat Dr. Hans Reichhart, Leipheims Bürgermeister Christian Konrad und Prof. Dr. Jürgen Grinninger sprachen im Areal Digital in Leipheim über die geplante Zusammenarbeit und unterzeichneten einen gemeinsamen Kooperationsvertrag.

„Wir haben im Areal Digital die besten Voraussetzungen für unseren neuen Standort. Das betrifft sowohl die Lage als auch die innovativen Angebote des Gründerzentrums“, sagt Prof. Dr. Uta M. Feser, die gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Grinninger, Leiter des Studiengangs Systems Engineering, die HNU vor Ort vertrat.

Studiengang Systems Engineering

Die drei Hochschulen Augsburg, Kempten und Neu-Ulm der Region Bayerisch-Schwaben bündeln im Projekt „Digital und Regional“ ihre Expertise und bieten gemeinsam den Studiengang „Systems Engineering“ an.

Systems Engineering ist ein moderner Ingenieursstudiengang, welcher die Bereiche Elektrotechnik, Maschinenbau und angewandte Informatik interdisziplinär mit Operations, Supply Chain- und Projektmanagement vereint. Industrie 4.0 ist ein Erfolgsfaktor zur Wettbewerbssicherung, stellt die Unternehmen allerdings vor große Herausforderungen im Aufbau und Management solch komplexer vernetzter Systeme. Die dafür notwendigen Kompetenzen werden im Studiengang ausgebildet und durch Projekte praxisnah angewendet.

Der Bachelor-Studiengang kann in Vollzeit oder neben dem Beruf in Teilzeit studiert werden. Das berufsbegleitende Teilzeitmodell ermöglicht Studierenden mindestens drei Tage im Unternehmen zu arbeiten. Durch diese besonders enge Verzahnung von Theorie und Praxis erwerben sie Wissen und Fähigkeiten, welche direkt im Unternehmenskontext angewendet werden können. Moderne Lehrformate wie Blended Learning ermöglichen ein orts- und zeitunabhängiges Lernen.

Verbindung von Studium, Start-up und Unternehmen

Die Entscheidung, das Labor im Digitalen Gründerzentrum Areal Digital anzusiedeln, fiel bewusst für diesen Standort: Das Areal Digital bietet Start-ups und Gründerinnen und Gründern aus der Region seit Dezember 2020 unter anderem Arbeitsplätze, Beratung und Events an. Diese Leistungen können von nun an auch die Studierenden nutzen. So besteht die Möglichkeit, dass die Studierenden Ideen, die im Rahmen von Studienprojekten entstanden sind, durch die Unterstützung und die Angebote des Areal Digital weiterentwickeln und darüber hinaus ihr eigenes Start-up gründen können. Zudem sollen sie ermutigt werden, unternehmerisch zu denken, sowohl im Studium als auch im Beruf.

Die Gründerinnen und Gründer im Areal Digital profitieren von der Einrichtung des Labors. Ihnen stehen das Equipment des Labors und die Expertise der Hochschule zur Verfügung, um eigene Projekte voranzutreiben. Auch das Areal pro mit seinem vielfältigen Branchenmix spielte bei der Entscheidung eine Rolle. Durch die spannenden Unternehmen in direkter Nachbarschaft besteht ein großes Potential für gemeinsame Projekte, welches für den Praxisfokus des Studiengangs von Vorteil ist.

„Das Areal pro als Gewerbegebiet ist für alle der perfekte Ort, egal ob Unternehmen oder Start-up.“, sagt Bürgermeister Christian Konrad. „Wir sind sehr froh, dass wir mit der Ansiedlung der HNU im Areal Digital ein weiteres, wichtiges Puzzlestück hinzufügen könnten.“

Ein zukunftsfähiges Netzwerk für die gesamte Region

Für den Landkreis Günzburg ist diese Zusammenarbeit ebenfalls ein großer Gewinn. Das bereits hervorragende Bildungs-Angebot im Landkreis wurde nun um den Bereich der Hochschulbildung erweitert. Landrat Hans Reichhart hat mit der Kooperation sein Ziel, Bildung in der Region für alle Altersgruppen und Bildungswünsche anzubieten, umgesetzt.  Mit dem Digital Operations Lab gibt es neben dem Digitalen Gründerzentrum in Leipheim und dem Technologie-Transfer-Zentrum nun einen weiteren Baustein für das Digitale Ökosystem in der Region, der dabei hilft, besser für die Herausforderungen der Zukunft aufgestellt zu sein.

Landrat Hans Reichhart hat aus diesem Grund die Ansiedlung zusammen mit der HNU auf den Weg gebracht. Mit dem umfassenden gemeinsamen Angebot in den Bereichen Ausbildung, Fortbildung und Gründung wird die Attraktivität der Region für Fachkräfte weiter gesteigert: „Hochschule, Start-ups und Unternehmen setzen bald nicht nur gemeinsam Projekte um; hier werden passgenaue Ideen und Lösungen für die Wirtschaft entwickelt. Der Landkreis Günzburg ermöglicht damit zusammen mit seinem Areal Digital und der HNU allen vor Ort Studierenden ihre Zukunft selbst zu schaffen – schnell, kompetent, im Netzwerk. Hochschulbildung, die so praxisnah aufgestellt ist, passt perfekt zu uns.“

Umbau zu einem modernen Lern- und Forschungsstandort

Die Zusammenarbeit zwischen Areal Digital und HNU im Rahmen des Digital Operations Lab ist dabei nur der erste Schritt. Für die Zukunft ist bereits eine Erweiterung und Vertiefung der Kooperation in Planung. Dafür sind umfangreiche Umbauarbeiten geplant, um das Gebäude besser auf die Anforderungen anzupassen. Die komplette Fläche soll offener und moderner gestaltet werden, um dem Netzwerkgedanken durch viele Möglichkeiten zum Austausch und zur Zusammenarbeit gerecht zu werden.

Weitere Angebote bereits in Planung

Neben dem Reallabor soll außerdem ein regulärer Vorlesungsbetrieb für den Studiengang Systems Engineering etabliert werden. 30 Studenten und Studentinnen sollen dann ab dem Sommersemester 2023 ihr Studium in Leipheim aufnehmen. Darüber hinaus sind auch Programme für Externe angedacht, die das lebenslange Lernen fördern sollen, wie Zertifikatskurse oder Business-Circle. Insgesamt entsteht so im Areal Digital ein Kompetenzzentrum für die Bereiche Gründung, Operations- und Supply-Chain-Management im Kontext Industrie 4.0, welches ein starkes Signal für die gesamte Region ist.