Kita Heilig Kreuz

Anschrift und Kontakt

Adresse: Spitzstraße 5, 89331 Burgau
Träger: Kath. Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt
Leiter/in: Carina Held
Stellvertreter/in: Beatrice Müller
Telefon: 08222/965150
E-Mail: kiga.heilig-kreuz.burgau@bistum-augsburg.de
Web: bistum-augsburg.de

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Weitere Informationen

Kinderkrippe

Aufnahmealter: 10 Monate bis 3 Jahre
Plätze: 45
Öffnungsanfang: 07:00 Uhr
Öffnungsende: 15:00 Uhr

Kindergarten

Aufnahmealter: 2,5 bis 6 Jahre
Plätze: 100
Öffnungsanfang: 7:00 Uhr
Öffnungsende: 16:00 Uhr

Schulkinderbetreuung

Vorhanden: nein
Aufnahmealter: -
Öffnungsanfang: -
Öffnungsende: -

Mittagessen

Wird angeboten: ja
Anmerkungen zum Mittagessen:

Das Mittagessen wird von unserer hauseigenen Köchin jeden Tag frisch zubereitet.

Auch die Brotzeit wird von unserer Kita angeboten.

Ganztagsplätze

Wird angeboten: ja

Schließzeiten

Sommer: 3 Wochen
Weihnachten: 2 Wochen
Ostern: -
Pfingsten: 1 Woche
Sonstige: Brückentage
Max. Tage/Jahr: 30
Ferienbetreuung: -

Un­se­re Kon­zep­ti­on ori­en­tiert sich am Bay. Bil­dungs- und Er­zie­hungs­plan.

Konzeption der Kindertagesstätte „Heilig Kreuz“ in Burgau

Spitzstraße 5
89331 Burgau
Tel. Kita: 08222 965150
E-Mail: kiga.heilig-kreuz.burgau@bistum-augsburg.de

Träger der Einrichtung:

Kath. Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt
Kirchplatz 8
89331 Burgau

Telefon: 08222 3028
Fax: 08222 2085
E-Mail: pfarrei-burgau@bistum-augsburg.de

Amtshilfevereinbarung mit dem Zentrum Kindertageseinrichtungen:

Dienststelle:

KiTA-Zentrum St. Simpert
Böheimstraße 8
86153 Augsburg
Telefon: 0821 3166-7311
Telefax: 0821 3166-7309
E-Mail: kita-zentrum@bistum-augsburg.de

 

Vorwort

Mit dieser Konzeption möchten wir Ihnen einen Einblick in die pädagogische Arbeit unserer Kindertagesstätte geben. Sie soll Ihnen zeigen, wie wir unseren Alltag gestalten, welche Schwerpunkte uns in der Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder leiten und welche Abläufe unseren Tagesstrukturen zugrunde liegen.

Unsere Konzeption ist Ausdruck unseres gemeinsamen Verständnisses von kindlicher Entwicklung, Bildung und Erziehung. Sie bietet Orientierung für Eltern, pädagogische Fachkräfte und Kooperationspartner gleichermaßen und macht unsere Arbeit transparent und nachvollziehbar.

Im Mittelpunkt all unseres Handelns steht das Kind mit seiner Einzigartigkeit, seinen Bedürfnissen und seinen individuellen Fähigkeiten. Wir sehen jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit, die wir auf ihrem Weg begleiten, unterstützen und stärken möchten. Dabei legen wir großen Wert auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Familien, denn eine gelingende Erziehungspartnerschaft ist die Basis für eine gute Entwicklung.

Wir laden Sie herzlich ein, durch diese Konzeption mehr über unsere Haltung, unsere Ziele und unseren pädagogischen Alltag zu erfahren – und so einen lebendigen Eindruck davon zu gewinnen, was uns in der Arbeit mit den Kindern in unserer Kindertagesstätte wichtig ist.

Carina Held (Kita- Leitung)

 

Leitbild

In unserer Kindertagesstätte steht das Kind im Mittelpunkt unseres Handelns. Jedes Kind ist einzigartig und wertvoll – mit seinen individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und seinem eigenen Entwicklungstempo. Wir sehen jedes Kind als aktive Persönlichkeit, die neugierig die Welt entdeckt und in ihrer Entwicklung liebevolle Begleitung, Sicherheit und Raum zur Entfaltung braucht.

Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich an den Lebenswelten der Kinder und fördert sie in ihrer ganzheitlichen Entwicklung. Bildung verstehen wir als einen Prozess, der im täglichen Erleben stattfindet – im Spiel, im Miteinander, im Staunen und Forschen. Wir schaffen eine Umgebung, die anregt, herausfordert und Geborgenheit bietet.

Ein zentraler Bestandteil unseres Leitbildes ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern. Gemeinsam tragen wir Verantwortung für das Wohl der Kinder und gestalten eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft, die auf Offenheit, Wertschätzung und gegenseitigem Respekt beruht.

Als Einrichtung in katholischer Trägerschaft orientieren wir uns an einem christlichen Menschenbild, das geprägt ist von Nächstenliebe, Achtsamkeit und Toleranz. Wir leben Werte wie Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme im Alltag und geben sie den Kindern erlebbar weiter.

Unser Ziel ist es, dass sich Kinder, Eltern und Mitarbeitende bei uns angenommen, respektiert und wertgeschätzt fühlen. Wir möchten, dass jedes Kind gestärkt und selbstbewusst seinen Platz in der Gemeinschaft findet – mit Freude am Lernen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Offenheit für die Welt. 

Inhaltsverzeichnis

  1. Struktur und Rahmenbedingungen unserer Einrichtung 4
  • Informationen zum Träger und der Einrichtung
  • Situation der Kinder und Familien in der Einrichtung und im Einzugsgebiet
  • Unsere rechtlichen Aufträge: Bildung, Erziehung, Betreuung und Kinderschutz
  • Rechtlicher und curricularer Rahmen
  1. Orientierungen und Prinzipien unseres Handelns S. 7
    2.1 Unser Menschenbild: Bild vom Kind, Eltern und Familie
    2.2 Unser Verständnis von Bildung
    – Bildung als sozialer Prozess
    – Stärkung von Basiskompetenzen
    – Inklusion: Vielfalt als Chance
    2.3 Unsere pädagogische Haltung, Rolle und Ausrichtung
  1. Übergange des Kindes S. 9
    3.1 Übergänge in unsere Einrichtung – intern und extern – Eingewöhnung und Beziehungsaufbau
    3.2 Der Übergang in die Schule – Vorbereitung und Abschied
  1. Pädagogik – Organisation und Moderation von Bildungsprozessen S. 11
    4.1 Differenzierte Lernumgebung
    Arbeits- und Gruppenorganisation
    Raumkonzept und Materialvielfalt
    Tages- und Wochenstruktur
    4.2 Interaktionsqualität mit Kindern
    – Kinderrecht Partizipation – Selbst- und Mitbestimmung der Kinder
    – Autonomieentwicklung begleiten
    – Beziehungsvolle Pflege in der Kinderkrippe
    – Ko-Konstruktion – Von- und Miteinanderlernen im Dialog
    4.3 Bildungs- und Entwicklungsdokumentation für jedes Kind
  1. Kompetenzstärkung der Kinder im Rahmen der Bildungs- und Erziehungsbereiche S. 17
    5.1 Angebotsvielfalt – vernetztes Lernen in Alltagssituationen und Projekte
    5.2 Vernetzte Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsbereiche
    – Werteorientierung und Religiosität
    – Emotionalität, soziale Beziehungen
    – Sprache und Literacy
    – Digitale Medien
    – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik
    – Umwelt – Bildung nachhaltige Entwicklung
    – Musik, Ästhetik, Kunst und Kultur
    – Gesundheit, Bewegung, Ernährung, Entspannung, Sauberkeitsentwicklung
  1. Kooperation und Vernetzung – Anschlussfähigkeit und Bildungspartner unserer Einrichtung S. 23
    6.1 Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern
    Eltern als Mitgestalter
    6.2 Partnerschaften mit außerfamiliären Bildungsorten
    6.3 Soziale Netzwerkarbeit bei Kindeswohlgefährdungen
  1. Unser Selbstverständnis als lernende Organisation S. 24
    7.1 Unsere Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung
    7.2 Weiterentwicklung unserer Einrichtung – geplante Veränderungen

 

  1. Struktur und Rahmenbedingungen unserer Einrichtung

 1.1 Informationen zur Einrichtung

Die Kindertagesstätte „Heilig Kreuz“ befindet sich in der Spitzstraße 5, in 89331 Burgau. Träger unserer Einrichtung ist die Katholische Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt in Burgau, diese befindet sich auf dem Kirchplatz 8, in 89331 Burgau. Die Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt hat mit dem Zentrum Kindertageseinrichtung eine Amtshilfevereinbarung geschlossen. Um die Kita „Heilig Kreuz“ optimal zu unterstützen, übernimmt das Kita-Zentrum St. Simpert administrative Aufgaben und begleitet in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband und Kitapastoral die Einrichtung in pädagogischen und pastoralen Belangen.

Aktuell ist unsere Einrichtung eine Kindertagesstätte für Kinder von 10 Monaten bis hin zur Einschulung. Diese ist untergliedert in drei Krippengruppen für Kinder im Alter von 10 Monaten bis 3 Jahren, sowie in einen viergruppigen Kindergarten für Kinder ab 2,5 Jahren bis hin zur Einschulung. Insgesamt ist in unserer Einrichtung Platz für 145 Kinder. Zudem betreuen wir in der gesamten Einrichtung Inklusionskinder. Wir bieten Platz für 15 Inklusionskinder. Die Öffnungszeiten richten sich immer nach dem Bedarf der zu betreuenden Kinder.

Dies ist aktuell:

Kindergarten: Montag-Donnerstag: 07:00 Uhr – 16:00 Uhr,

                              Freitags 07:00 Uhr – 14:00 Uhr

Kinderkrippe: Montag-Donnerstag: 07:00 Uhr – 15:00 Uhr,

                              Freitags 07:00 Uhr – 14:00 Uhr

Unsere Schließzeiten betragen 26 Tage (diese sind auch Urlaubstage der Mitarbeiter) und 4 Teamtage. Insgesamt ist die Kindertagesstätte dann 30 Tage geschlossen.

Aktuell arbeiten in unserer Einrichtung:

Leitungsteam:

  • 1 Erzieherin als Kindergartenleitung mit der Zusatzqualifikation Fachwirtin im Erziehungswesen, Kneipp Gesundheitserzieherin SKA sowie der Trainerlizenz zum Kinderturnen
  • 1 Erzieherin als Stellvertretende Leitung,
  • 1 Erzieherin mit der Zusatzqualifikation Fachwirtin im Erziehungswesen und Montessori-Diplom als kommissarische Stellvertretende Leitung für den Bereich Kindergarten

Pädagogisches Personal:

  • 1 Erzieherin im Krippenbereich mit Zusatzqualifikation zur Fachkraft U3
  • 4 Erzieherinnen im Krippenbereich, 7 Kinderpflegerinnen im Krippenbereich,
  • 5 Erzieherinnen im Kindergartenbereich, 6 Kinderpflegerinnen im Kindergartenbereich, 1 Heilerziehungspflegerin

Bereich Bistro und Sonstiges:

  • 1 Köchin mit 1 Heilerziehungspflegerin und 1 Küchenkraft mit sowie 1 Küchenhilfe im Küchenbereich,
  • 1 FOS Praktikantin, 3 Reinigungskräfte und ein für uns selbstständig Tätiger Hausmeister sowie verschiedene Schnupperpraktikanten.

Die Personelle Situation wird an den Kinderzahlen und Buchungszeiten angepasst. Aufgrund der steigenden Zahl inklusiver Kinder legen wir großen Wert auf unsere Heilerziehungspflegerinnen sowie die Kooperation mit der Frühförderung. Durch diese Kooperation sind immer wieder verschiedene Therapeuten in unserem Haus tätig. Die jeweilige Therapie ergibt sich immer aus der ärztlich festgestellten Diagnostik der inklusiven Kinder.

1.2 Situation der Kinder und Familien in der Einrichtung und im Einzugsgebiet

Unsere Kindertagesstätte liegt am südlichen Ortsrand von Burgau, mitten in einem Wohngebiet und in der Nähe des Stadtwaldes. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich die Staatliche Realschule. Durch unsere bevorzugte Lage haben wir die Möglichkeit, den Generationenpark beim Altenheim, den Spielplatz an der Frauenstraße und die Wiesen und Felder in unserer Umgebung für Unternehmungen mit den Kindern zu nutzen.

In unserer Einrichtung befinden sich nur Kinder, die in Burgau wohnen. Die Familien kommen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten. Die meisten Kinder stammen jedoch aus der Familie im Mittelstand. Es ist zu erkennen, dass die Berufstätigkeit der Mütter stark zunimmt. In den meisten unserer Familien arbeitet der Vater in Vollzeit und die Mutter in Teilzeit. Aufgrund dieser Entwicklung steigt auch die Nachfrage an höheren Buchungszeiten, dem Mittagessen sowie der Bedarf an Mittagsruhe.

Aktuell befinden sich Kinder mit Migrationshintergrund in unserer Einrichtung (Kongo, Jordanien, Polen, Russland, Marokko, Syrien und der Türkei).  Die Nachfrage nach Inklusiven Plätzen ist stark zunehmend.

Momentan stehen mehrere Krippen- und Kindergartenkinder auf unserer Warteliste. Dies ist für die betreffenden Familien eine belastende Situation. Die Platzvergabe wird aktuell in Zusammenarbeit mit der Stadt Burgau zugeteilt, dies erfolgt über den Kitaplatzpilot der AKDB.

1.3 Unsere rechtlichen Aufträge: Bildung, Erziehung, Betreuung und Kinderschutz

 Das Konzept der Kita Heilig Kreuz basiert auf dem bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP). Dieser ist mit seinem pädagogischen Inhalt im BayKiBiG (Bayerisches Kinder-Bildungs-Gesetz) festgeschrieben.

Unsere Arbeit umfasst die drei Säulen „Bildung – Erziehung – Betreuung“, deren Förderungsauftrag von Kindern in Kindertagesstätten sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes bezieht. Die Förderung orientiert sich am Alter und Entwicklungsstand des Kindes sowie an seinen Interessen und Bedürfnissen (vgl. § 22 Abs. 3 SGB VIII).

Der Begriff Bildung ist nicht mit schulischer Bildung zu vergleichen, sondern meint eine lebenslange aktive Aneignung der gesamten Welt, der Kultur und der Natur. Vor allem durch die pädagogische Begleitung in den ersten Lebensjahren werden die lebenslang wirksamen Grundlagen der Persönlichkeitsentwicklung gelegt. Die Aufgaben der Erziehung in den ersten Lebensjahren verlangen auf Seiten der Erwachsenen (Eltern und Fachkräfte) ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Wissen sowie Beziehungs- und Erziehungskompetenzen. Das Erlernen von sozialem Verhalten umfasst einen lebenslangen Prozess, der es uns Menschen ermöglicht als Individuum in der Gesellschaft und in Gruppen eingegliedert zu werden. Erziehung ist somit soziales Handeln, in welchem das Kind und der*die Erzieher*in wechselseitig aufeinander reagieren, sich gegenseitig beeinflussen und steuern, sowie Informationen austauschen. (vgl. Hobmaier 1996 S. 84).

Der Begriff Betreuung umfasst die Bereiche Pflege, Schutz und Fürsorge. Folglich müssen sich Kinder im Kindergarten geborgen fühlen und sichere Bindungen zu den Erzieherinnen aufbauen können. Zu deren Aufgaben gehört die Befriedigung von Grundbedürfnissen der Kinder, sofern diese während der Betreuungszeit auftreten: von physiologischen Bedürfnissen wie Hunger, Durst und Schlaf, von Sicherheitsbedürfnissen (nach Schutz, stabilen Beziehungen und Ordnung), von Bedürfnissen nach Zugehörigkeit und Liebe, von Bedürfnissen nach Wertschätzung (vgl. Maslow 1970).

Aufgrund der Trias aus Bildung, Erziehung und Betreuung schaffen wir mit unserer Kindertagesstätte die Grundlagen für eine selbstbestimmte, eigenverantwortete Lebensführung und die Ausbildung einer eigengeprägten Persönlichkeit.

(vgl. Rechtsgrundlagen, UN-KRK, Artikel 28)

  1. „Tageseinrichtungen sind Einrichtungen, in denen sich Kinder für einen Teil des Tages oder ganztägig aufhalten und in Gruppen gefördert werden. Kindertagespflege wird von einer geeigneten Tagespflegeperson in ihrem Haushalt oder im Haushalt des Personensorgeberechtigten geleistet. Das Nähere über die Abgrenzung von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege regelt das Landesrecht. Es kann auch regeln, dass Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen geleistet wird.
  2. Tageseinrichtungen für Kinder und Kindertagespflege sollen…
  1. die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern,
  2. die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützen und ergänzen,
  3. den Eltern dabei helfen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können.
  4. Der Förderungsauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Er schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein. Die Förderung soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen.
  5. Für die Erfüllung des Förderungsauftrags nach Absatz 3 sollen geeignete Maßnahmen zur Gewährleistung der Qualität der Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege weiterentwickelt werden (SGB VIII, § 22 Grundsätze der Förderung).

In Vereinbarung mit dem Träger und Diensten, die Leistungen nach diesem Buch erbringen, ist sicherzustellen, dass

  1. deren Fachkräfte bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für die Gefährdung eines von ihnen betreuten Kindes…eine Gefährdungseinschätzung vornehmen,
  2. bei der Gefährdungseinschätzung eine insoweit erfahrene Fachkraft beratend hinzugezogen wird sowie
  3. die Erziehungsberechtigten sowie das Kind in die Gefährdungseinschätzung einbezogen werden, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes nicht in Frage gestellt wird.

In die Vereinbarung ist neben den Kriterien für die Qualifikation der beratend hinzuzuziehenden insoweit erfahrenen Fachkraft insbesondere die Verpflichtung aufzunehmen, dass die Fachkräfte der Träger bei den Erziehungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken, wenn sie diese für erforderlich halten, und das Jugendamt informieren, falls die Gefährdung nicht anders abgewendet werden kann (SGB VIII, § 8a Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung).

1) Kindertageseinrichtungen bieten jedem einzelnen Kind vielfältige und entwicklungsangemessene Bildungs- und Erfahrungsmöglichkeiten, um beste Bildungs- und Entwicklungschancen zu gewährleisten, Entwicklungsrisiken frühzeitig entgegenzuwirken sowie zur Integration zu befähigen. Eine angemessene Bildung, Erziehung und Betreuung ist durch den Einsatz ausreichenden und qualifizierten Personals sicherzustellen.

2) Die Kinder sollen entwicklungsangemessen an Entscheidungen zum Einrichtungsalltag und zur Gestaltung der Einrichtung beteiligt werden (BayKiBiG, Art. 10 Auftrag zur Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen).

1.4 Unser pädagogischer Orientierungsrahmen:

Unsere Arbeit basiert auf dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG), dem Bayerischen Erziehungs- und Bildungsplan (BEP), den Leitlinien für Bildung und Erziehung bis zum Grundschulalter. Die Handreichung für die Krippe vom Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP). Unsere curriculare Grundlage in der pädagogischen Arbeit ist der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan. Das Bild vom Kind, die Leitziele und das prozessorientierte Arbeiten bestimmen unseren pädagogischen Alltag.

Auch der im BayKiBiG § 1 geregelte Inklusionsgedanke trägt dazu bei, dass immer mehr Kinder mit Förderbedarf inkludiert werden. Das bedeutet, sie besuchen keine Sondereinrichtung. Durch den Zuschuss vom Bezirk Schwaben für eine Zusatzkraft können wir diese Kinder aktuell gut inkludieren, dies ist für alle Kinder in unserer Einrichtung eine Bereicherung.

 

2.Orientierungen und Prinzipien unseres Handelns

2.1 Unser Menschenbild: Bild vom Kind, Eltern und Familie

„Der Kindergarten muss ein Ort sein, wo die Achtung und die Anerkennung überfließen! (Malaguzzi)

Jedes Kind kommt als „kompetenter Säugling“ auf die Welt und ist aktiver Gestalter seiner Umwelt. Sie sind Forscher und Entdecker. Sie sind neugierig, lassen sich von unterschiedlichen Phänomenen ansprechen und versuchen sie zu verstehen. Kinder können sich auf vielfältige Weise ausdrücken. Sie haben hundert Sprachen, können über Spiele, Bilder, Plastiken, Worte etc. artikulieren. Sie haben andere Zeiten. Kinder handeln nicht nach der Uhr, sondern geben sich Dingen hin, ohne an die Zeit zu denken. Sie besitzen große Potentiale. Jedes einzelne Kind verfügt über eine große Anzahl von Möglichkeiten, die in der Regel nicht ausgeschöpft werden. Sie sind aktive Konstrukteure ihrer Bildungs- und Erziehungsprozesse. Sie nehmen nicht passiv durch Belehrung fertiges Wissen auf, sondern erstellen aus dem was sie hören und sehen, aktiv eine individuelle Wissenskultur. Kinder mit Handicap haben nicht ohne Grund basierend auf dem BayKiBiG und der UN- Kinderrechtskonvention das Recht auf besondere Fürsorge, damit auch Sie aktiv am Leben teilnehmen können. Diesem Anspruch gerecht zu werden, ist uns ein großes Anliegen.

Wir möchten eine pädagogische Einrichtung sein, in der das Kind forscht, erforscht, hinterfragt, überprüft und ernstgenommen wird. Wir möchten den Kindern nichts überstülpen, sondern uns gemeinsam auf den Weg machen Dinge zu verstehen. Wir Erzieher sehen uns bei diesem Selbstbildungsprozess als Entwicklungsbegleiter.

„Einzige Möglichkeit über Kinder zu lernen, ist da, wo Kinder sich befinden. Wir müssen aufhören, abgehoben von ihnen über sie zu lernen.“ (Malaguzzi 1991)

Kein Kind kommt allein – es bringt seine ganze Familie mit. Wir heißen die ganze Familie willkommen und sehen jede in ihrer einzigartigen Art und Weise als wertvoll an. Die Eltern sind die wichtigsten Experten für ihr eigenes Kind, denn sie kennen die bisherige Entwicklung, seine Stärken, Interessen und Bedürfnisse am besten.

Daher legen wir großen Wert auf eine partnerschaftliche, unterstützende, vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit mit den Eltern.

2.2 Unser Verständnis von Bildung

 Unter Bildung verstehen wir einen ganzheitlichen Prozess, der bereits ab dem Tag der Geburt beginnt und sich ein Leben lang fortsetzt:

– wir verstehen die Familie als ersten und prägenden Bildungsort

– wir legen Wert auf einen kompetenzorientierten Blick auf das Kind

– wir verstehen Bildung als individuellen Prozess, daher sind soziale Aspekte wie Ko- Konstruktion und Partizipation wichtige Elemente in unserem Bildungsalltag.

Bildung als sozialer Prozess

Kinder erwerben an vielen Bildungsorten Kompetenzen, Werthaltungen und Wissen. Die daraus resultierenden Bildungsprozesse stehen in stetigem Wechselspiel zueinander, bauen aufeinander auf und ergänzen sich. Durch die Verknüpfung erworbener Basiskompetenzen entsteht ein immer komplexeres Gesamtbild. Kompetenzen werden niemals isoliert erworben, weshalb wir Wert darauflegen, möglichst ganzheitliche (Lern-) Erfahrungen anzubieten (vgl. BEP).

Stärkung von Basiskompetenzen

Darunter verstehen wir verschiedenste Kompetenzen, die wir folgenden Dimensionen zuordnen:

Persönliche Dimension: Stärkung von Basiskompetenzen die dem Kind eine positive Persönlichkeitsentwicklung garantieren (Selbstwahrnehmung, Motivationale Kompetenz, Kognitive Kompetenzen, Physische Kompetenzen)

Interaktionale Dimension: Stärkung von Basiskompetenzen, die dem Kind ermöglichen, Bildungsprozesse in Interaktion mit anderen Kindern und Erwachsenen mitzugestalten und mitzuverantworten (Soziale Kompetenzen, Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme)

Kulturelle Dimension: Erwerb von gesellschaftlichen Werten und Wertvorstellungen, die ein produktives Zusammenleben in der Gemeinschaft sichern (Entwicklung von Wert- und Orientierungskompetenz)

Wissensdimension: Inhalte, die Kinder dazu befähigen, ihre Lebensaufgaben kompetent und im sozialen Austausch zu meistern (Lernmethodische Kompetenz- Lernen lernen)

Partizipatorische Dimension: Gelegenheiten, in denen die Kinder ihre Entscheidungsfähigkeit, Mitgestaltung und Verantwortungsübernahme aufbauen können (Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe; Widerstandsfähigkeit; Resilienz)

Inklusion: Vielfalt als Chance

Neben der Umsetzung von rechtlichen Aspekten und der Kooperation mit weiteren Hilfesystemen wie z.B.:  Frühförderung, Jugendämter oder auch verschiedenen Therapeuten, verstehen wir unter Inklusion die bestmögliche Umsetzung von Angeboten, die dem einzelnen Menschen die Teilhabe an unserem Kita- Alltag, so selbstständig wie möglich, erlauben.

Dies beinhaltet unter anderem größtmögliche Barrierefreiheit in unseren Räumlichkeiten. Als eine der wenigen Einrichtungen im Umkreis verfügen wir z. B. über einen Lift. Kinder mit besonderen Bedürfnissen dürfen und sollen sich bei uns an allen Aktivitäten und Angeboten beteiligen können.

Durch umfangreiche Planung und regelmäßige Reflexion im Team, sowie dem stetigen Austausch mit den Familien und/oder anderen Institutionen, wollen wir jedes uns anvertraute Kind bestmöglich in seiner Entwicklung unterstützen und begleiten.

2.3 Unsere pädagogische Haltung, Rolle und Ausrichtung

Wir werden den pädagogischen Ansatz der Offenen Arbeitsweise mit Schwerpunkten aus der Reggiopädagogik und Montessoripädagogik erarbeiten. Dieser Ansatz ergibt sich aus unserem Bild vom Kind und unserem Bildungsverständnis.

Gemeinsam im Prozessverlauf wollen wir diese auf wissenschaftlichen pädagogischen Erkenntnissen basierte Weiterentwicklung unserer pädagogischen Arbeit zukunftsorientiert gestalten.

Offenes Arbeiten bedeutet immer in geistiger Bewegung zu bleiben, unsere Arbeit regelmäßig zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Hierfür ist uns ein stetiger Austausch mit unseren Eltern, den Erziehungspartnern enorm wichtig. Offene Arbeit ist immer ein Prozess, der durch ständigen Wandel geprägt ist, denn nichts auf der Welt ist so beständig wie der Wandel. Wir trauen unseren Kindern, machen uns gemeinsam mit Ihnen auf den Weg. Wir begleiten sie ein Stück auf diesem Weg und fördern ihre mitgebrachten Fähigkeiten. Wir holen jedes Kind dort ab wo es mit seinen eigenen Fähigkeiten steht, mit dem vollen Vertrauen in seine Lernkompetenz und Leistungsfähigkeit.

Jeder Tag kann ein neues Bildungsabenteuer sein!

  

  1. Übergänge des Kindes im Bildungsverlauf – kooperative Gestaltung und Begleitung

3.1 Übergänge in unserer Einrichtung – intern und extern –

Eingewöhnung und Beziehungsaufbau 

Für alle neuen Eltern bieten wir einen Informationsnachmittag an. Dieser findet gegen Mai/Juni statt. An diesem Nachmittag erfahren die Eltern in welche Stammgruppe die Kinder kommen, was die Kinder im Kindergarten und in der Kinderkrippe alles benötigen und wie sich die jeweilige Eingewöhnung gestaltet.

Während der gesamten Eingewöhnung in unserer Kindertagesstätte ist uns ein regelmäßiger, intensiver Austausch mit den Eltern sehr wichtig.

Eingewöhnung Krippe:

Unsere Eingewöhnung in der Kinderkrippe ist angelehnt an das Berliner Eingewöhnungsmodell:

Grundphase: An den ersten drei Tagen kommt das Kind mit einem Elternteil für eine Stunde in seine Stammgruppe und lernt die Räumlichkeiten kennen. Der Bezugserzieher nimmt ersten Kontakt zum Kind über Spielangebote auf. Es finden keine Trennungsversuche statt, Vater oder Mutter konzentrieren sich auf das Kind und sind jederzeit verfügbar. Die Eltern nehmen einen festen Sitzplatz ein.

Erste Trennungen: Die Mutter bzw. der Vater verabschiedet sich bewusst vom Kind und verlässt den Raum, hält sich jedoch in erreichbarer Nähe auf. Lässt sich das Kind auf die Fachkraft ein oder ist ins Spiel vertieft, sollte die erste Trennungsperiode maximal 30 Minuten betragen.

Wirkt das Kind hingegen unruhig oder beginnt zu weinen und das Trösten ohne positiven Erfolg bleibt, sollte die Trennung nicht länger als zwei bis drei Minuten betragen. Der weitere Verlauf gestaltet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Kindes im Austausch mit pädagogischen Fachkräften und den Eltern.

Stabilisierungsphase: Der Bezugserzieher übernimmt immer mehr die Betreuung des Kindes, während die Begleitperson außerhalb des Gruppenraumes anwesend ist. Trennungszeiten werden täglich verlängert, je nach den Bedürfnissen des Kindes.

Schlussphase: Das Kind hält sich die ganze Buchungszeit in der Krippe auf, nimmt aktiv und neugierig an den Gruppenaktivitäten teil. Die Eltern sind jederzeit erreichbar. Nach der Abschlussphase findet ein Gespräch mit der Bezugserzieherin über die Eingewöhnungszeit statt.

Eingewöhnung Kindergarten:

Unsere Eingewöhnung im Kindergarten kann unterschiedlich ausfallen, dies liegt an der jeweiligen Situation. Teilweise kommen die Kinder von der Kinderkrippe oder direkt von zu Hause.

Besucht das Kind vorab unsere Kinderkrippe, ist es meistens eine sehr schleichende Eingewöhnung. Durch den regelmäßigen Kontakt zum Kindergarten fühlen die Kinder sich dort schon sehr wohl. Die Krippenkinder besuchen regelmäßig den Kindergarten und nehmen an verschiedenen Angeboten teil. Somit verläuft der Übergang regelmäßig problemlos.

Für Kinder, die noch nicht in der Kinderkrippe waren, bieten wir Besuchstage an. An diesen Tagen darf uns das Kind vorab am Vormittag besuchen, entweder mit Eltern oder auch ohne. Dies richtet sich individuell nach den Bedürfnissen des Kindes. Im neuen Betreuungsjahr starten dann die neuen Kinder, dies ist immer ab September der Fall. In besonderen Fällen und bei freien Plätzen können ggf. auch Kinder während des Betreuungsjahres aufgenommen werden. Je nachdem, wie viele neue Kinder aufgenommen werden und wie alt die Kinder sind, staffelt man die Aufnahme der Kinder. Dies geht jedoch im Kindergartenalter meist relativ schnell und problemlos. Gibt es Trennungsschwierigkeiten in der Eingewöhnung, lehnt sich auch der Kindergarten an das beschriebene Berliner Modell an.

3.2 Der Übergang in den Kindergarten/ die Schule – Vorbereitung und Abschied

Selbstverständlich endet spätestens mit dem Schuleintritt die Kindergartenzeit für jedes Kind.

Vorbereitend läuft während des Kindergartenjahres ein Vorschulprogramm, unser Schlautag für die Schulanfänger. Am Schlautag finden die Morgenkreise gruppenübergreifend in altershomogenen Gruppen statt. Passend zum Thema werden pädagogische Angebote zielgerichtet auf die Bedürfnisse je nach Alter der Kinder gestaltet werden. Die Vorschulkinder erhalten hierbei eine Wochenaufgabe. Sie können selbst entscheiden, wann sie die Aufgabe erledigen.

Die zukünftigen Schulanfänger besuchen die Grundschule um diese kennenzulernen.

Sie werden liebevoll mit einer Abschiedsfeier mit Abschlussgottesdienst verabschiedet, bei der das Kind, als Erinnerung an die gemeinsame Zeit, seinen Portfolioordner und die Kreativmappe mit nach Hause nimmt.

 

  1. Pädagogik – Organisation und Moderation von Bildungsprozessen

4.1 Differenzierte Lernumgebung

Arbeits- und Gruppenorganisation

Aktuell besteht die Kita Heilig Kreuz aus 3 Krippengruppen mit jeweils 15 Kindern und 4 Kindergartengruppen mit jeweils bis zu 25 Kindern.

Durch unsere offene pädagogische Arbeit haben die Kindergartenkinder nach dem Morgenkreis die Möglichkeit ihren Interessen und Bedürfnissen nachzugehen und unsere Funktionsräume zu nutzen. Einmal pro Woche findet an unserem Schlautag Morgenkreise in altershomogenen Gruppen statt.

Täglich steht die Turnhalle zur Verfügung, wo die Kinder ihrem Bewegungsbedürfnis nachgehen können.

Die Krippe beteiligt sich je nach Entwicklungsstand der Kinder an der Öffnung.

Wir legen außerdem Wert darauf, möglichst täglich, nach Draußen zu gehen und uns zu bewegen (Garten, Terrasse, Naturtage, Spaziergänge usw.).

Raumkonzept und Materialvielfalt

Kinder sind unterschiedlich, dies erfordert unterschiedliche und vielfältige Funktionsbereiche. Wir möchten das Raumkonzept so gestalten, dass die Kinder die Möglichkeit haben, in den unterschiedlich ausgestatteten Räumen Ihren Interessen und Fragen nachzugehen. In den verschiedenen Räumen gibt es Material rund um die entsprechende Funktion.

Unsere Räume bieten den Kindern Werkstattcharakter für das aktive Tun.

Der Raum ist als „dritter Erzieher zu betrachten“.

Wir möchten den Kindern Funktionsräume zu den folgenden Schwerpunkten bieten:

– Bewegung, Koordination =>Turnhalle

– Ästhetische Bildung und Erziehung => Atelier

– Bauen und konstruieren => Bauraum

– Erzählen, hören, Spracherziehung und Literatur => Bücherei

– Rollenspiele, Theater => Rollenspielraum

– Forschen, experimentieren => Forscherraum

– Werken, hämmern, tonen, sägen => Werkraum

– Singen, Tanzen, Musizieren => Musikraum

– Montessori-Material, Buchstaben-, Zahlen-, Gesellschaftsspiele => ABC- Raum

– entspannen, träumen, ruhen, meditieren => Traumraum

– essen, trinken, kochen, backen => Bistro/Küche

– toben, schaukeln, klettern, fahren, gärtnern => Garten

„Kinder sollten mehr spielen als viele es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später ein Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme Welt zu haben, die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird“

(Astrid Lindgren)

Unsere neue Einrichtung verfügt über einen barrierefreien Eingang. An diesem angegliedert befindet sich der Abstellraum für unsere Krippenwägen. Ein helles großes Foyer lädt die Kinder und Eltern in unsere Einrichtung ein. Angegliedert am Foyer befindet sich der Mehrzweckraum. Dieser dient primär als Turn- und Bewegungsraum. Des Weiteren gibt es einen großzügigen Essbereich – unser Kinderbistro. An das Bistro angegliedert ist die Küche, welche als Ausgabeküche fungiert und für das pädagogische Kochen mit den Kindern bereitsteht. Über eine Anlieferzone von außen kann die Küche beliefert werden. Des Weiteren befinden sich angegliedert am Foyer der Technikraum, ein Personalbüro, welches auch für Besprechungen mit den Eltern genutzt werden kann, sowie das Leitungsbüro. Vom Foyer aus gelangt man über einen extra Flur mit Garderoben in den Personaltrakt. In diesem befinden sich Personaltoiletten und ein großer Personalraum mit Personalterrasse. Dem Personal steht ein separater Gartenbereich zur Verfügung. Der Personalraum dient für Besprechungen, Teamsitzungen und Pausen der Mitarbeiter. Im Erdgeschoss befinden sich außerdem ein Behindertengerechtes Besucher WC, mehrere kleine Lagerräume, eine Waschküche, drei Krippengruppen mit Schlaf-, angegliederten Sanitärraumen und Garderobenbereichen. Des Weiteren befindet sich im Erdgeschoss ein Snoezelen Raum.

In das Obergeschoss gelangt man über eine Treppe. In Ausnahmefällen kann auch der sich im Erdgeschoss befindende Aufzug genutzt werden. Dieser ist jedoch nur für Rollstuhlfahrer, oder Personen mit eingeschränkter Mobilität und zur Materiallieferung.

Auf der Galerie befindet sich eine Zuordnungswand für die Kinder. An dieser Wand können sich die Kinder in Rücksprache mit den Erzieherinnen in der Zeit der Öffnung, den verschiedenen Funktionsbereichen zuordnen. Im Obergeschoss befinden sich ein großer Spielflur, vier Gruppenräume (Rollenspiel, Gestalten, Bauen, Forschen) für Kindergartenkinder mit Garderobenbereichen und Nebenraum. Die Gruppennebenräume können alle vom Flur aus betreten werden und sind einer bestimmten Funktion zugewiesen (Lesen, Musik, Lernen, Werken). Auch im Obergeschoss befinden sich Lagerräume, zwei Kindersanitärbereiche sowie ein Personal WC. Über die Dachterrasse mit Fluchttreppe im Obergeschoss als auch über den Flur im Untergeschoss gelangt man in den großen Garten. Der Garten ist untergliedert in einen Krippengarten mit separatem Zugang sowie in den der Kindergartenkinder.

 

Klare und flexible Tages- und Wochenstruktur

Tagesablauf im Kindergarten:

07:00 – 07:30 Uhr Sammelgruppe in der Krippe „kleine Forscher“

07:30 – 08:00 Uhr Sammelgruppe im Bauraum

08:00 – 08:30 Uhr werden Sie in die jeweilige Stammgruppe gebracht. Therapie für einzelne Kinder in dieser Zeit möglich.

08:30 – 08:50 Uhr Morgenkreis im Mehrzweckraum. Die Kinder und Fachkräfte versammeln sich zum Morgenkreis. Dieser beginnt immer mit einem Ritual, bei welchem alle Kinder begrüßt werden. Geburtstagskinder werden gefeiert.

08:50 – 11:00 Uhr Öffnung der verschiedenen Funktionsbereiche und Freispielzeit/ päd. Angebote / in dieser Zeit ist auch das Kinderbistro geöffnet. Therapie für einzelne Kinder ist möglich sowie Vorkurse.

11:00 – 13:00 Uhr Treffpunkt in der Stammgruppe, ggf. gemeinsames Lied und dann Gartenzeit sowie Abholen der Kinder mit geringeren Buchungszeiten. Bei schlechtem Wetter Abholen der Kinder in der jeweiligen Stammgruppe.

11:30 – 12:15 Uhr Mittagessen im Bistro für Kinder mit geringeren Buchungszeiten.

12:15 – 13:30 Uhr Alle Kinder, die länger als 13:00 Uhr gebucht haben, werden um 12:15 Uhr zum Mittagessen in das Kinderbistro geholt. Anschließend machen die Kinder eine Ruhepause im Mehrzweckraum oder in der Wachgruppe

13:50 – 14:00 Uhr Treffpunkt der Kinder an der Zuordnungswand. Hier entscheiden sich die Kinder, in welchen Bereich sie möchten.

13:45 – 15:30 Uhr Öffnung der verschiedenen Funktionsbereiche mit den jeweiligen Erziehern. Kinder, welche Hunger haben, können sich dem Bistro zuordnen und am bereitstehenden Obst und Gemüse bedienen.

15:30 – 16:00 Uhr Aufräumen der genutzten Funktionsbereiche/ Abholzeit

Tagesablauf in der Krippe:

07:00 – 08:00 Uhr Sammelgruppe bei den „kleinen Forschern“

08:00 – 08:30 Uhr Bring-Zeit in der Stammgruppe

08:30 – 09:00/09:15 Uhr Morgenkreis -> Begrüßungslied, Lieder, Fingerspiele, Wetter, …

09:00 – 09:30 Uhr Brotzeit in der jeweiligen Gruppe

09:30 – 11:15 Uhr Freispiel, päd. Angebote, Kooperation, Garten, Spaziergang, Turnen

11:15 – 12:00 Uhr Mittagessen in der Gruppe

12:30 – 13:00 Uhr Abholzeit 1

12:30 – 14:00 Uhr Ruhen/Schlafen

14:30 Uhr Abholzeit 2 und Freispielzeit

14:30 Uhr Sammelgruppe bei den „kleinen Forschern“ mit kleiner Zwischenmahlzeit

15:00 Uhr Krippe schließt

Mahlzeiten in der Kinderkrippe

Für alle Kinder in der Kindertagesstätte wird eine vollständige Verpflegung angeboten, dabei wird auf Schweinefleisch bei jeder Mahlzeit verzichtet. Diese setzt sich aus Brotzeit, Mittagessen, Nachmittagssnacks und Getränken zusammen. Die Krippenkinder nehmen ihre Mahlzeiten in ihrer jeweiligen Stammgruppe ein.

Brotzeit

Die Brotzeit wird vom Krippenpersonal aus der jeweiligen Stammgruppe im Gruppenraum zubereitet. Die Zubereitung orientiert sich am Wochenplan, welcher mit Blick auf die Bedürfnisse der Kinder je nach Bedarf angepasst wird. Dabei wird auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung geachtet, hierzu gehört auch das täglich angebotene Obst- und Gemüseteller.

Um ca. 9 Uhr findet das gemeinsames Frühstück in der jeweiligen Gruppe statt.

Mittagessen

Das Mittagessen wird in der hauseigenen Küche zubereitet und um ca. 11:15 Uhr gemeinsam in der jeweiligen Stammgruppe verspeist. Eine pädagogische Fachkraft holt mit dem „Kind des Tages“ auf einem Servierwagen das Mittagessen im Bistro in einer Warmhaltebox ab. Ein Pädagoge kümmert sich um das Servieren der Speisen, während die anderen die Kinder am Tisch begleiten und ihre Selbständigkeit unterstützen.

Bevor die Kinder zum Hände und Mund waschen in den Sanitärraum gehen, räumen sie je nach Entwicklungsstand selbstständig ihr Geschirr vom Tisch ab.

Nachmittagssnack

Für die Kinder, welche die Einrichtung länger als 14:30 Uhr besuchen, wird ein Snack in der Sammelgruppe („kl. Forscher“) vorbereitet. Um ca. 14:30 Uhr sammeln sich die Kinder am Tisch, erhalten Getränke und einen kleinen Snack aus Obst, Gemüse, Brot, Salzstangen oder Keksen.

Getränke

Zu jeder Mahlzeit, wird den Kindern Wasser oder ungesüßter Tee in Tassen serviert. Bei Bedarf werden Flaschen/Becher von zu Hause mitgebracht. Als Besonderheit gibt es auch immer wieder Milch oder Kaba. Während der Freispielzeit, haben die Kinder jederzeit die Möglichkeit ihren Durst zu stillen.

Ablauf

Vor jeder Mahlzeit werden die Hände gewaschen. Die Kinder setzen sich selbstständig an einen von ihnen gewählten Platz. Gemeinsam wird ein Gebet gesprochen, welches den Kindern bekannt ist. Anschließend beginnen wir mit der Mahlzeit, je nach Essensangebot gibt es das dementsprechend passende Geschirr und Besteck. Zum Frühstück bekommen die Kinder flache Porzellanteller oder eine Glasschüssel mit einem Löffel, dazu gibt es eine Porzellantasse. Beim Mittagessen gibt es täglich eine Suppe als Vorspeise, die in Glasschüsseln und mit Löffeln serviert wird. Für den Hauptgang gibt es tiefe Porzellanteller mit Gabeln oder Löffeln (je nach Bedarf).

Zielsetzungen während den Mahlzeiten:

  • Auf „Tischkultur“ wird geachtet, das bedeutet z.B., dass die Kinder ihr Besteck „richtig“ in der Hand halten und „ordentlich“ auf dem Stuhl sitzen, dabei sind die Füße unter dem Tisch.
  • Da die Kinder je nach Entwicklungsstand und Gruppensituation ihr Geschirr und Besteck allein auf die Tabletts, welche auf Kinderhöhe stehen, räumen, wird ihre Selbständigkeit gefördert. Die Tabletts sind mit Bildern markiert, so können die Kinder sehen, wo sie das Geschirr und das Besteck abstellen dürfen.
  • Die Kinder schöpfen sich die Speisen selbst auf ihre Teller und lernen so besser einzuschätzen, wie viel sie noch essen möchten. Die Pädagogen achten darauf, dass es nicht zu viel ist, lieber wird nochmal nachgeschöpft.
  • Die Kinder werden motiviert, die ihnen unbekannten Lebensmittel zu probieren.
  • Selbständiges Handhaben von Besteck unterstützt die Auge-Hand-Koordination. Je nach Bedarf bekommen die jüngeren Kinder Hilfestellung.
  • Die Mahlzeiten fördern das Gemeinschaftsgefühl, daher wird der Tisch erst abgeräumt, wenn der Großteil der Kinder mit dem Essen fertig ist.

4.2 Interaktionsqualität mit Kindern Kinderrecht Partizipation – Selbst- und Mitbestimmung der Kinder

 Partizipation

Unseren Kindern wird die Möglichkeit gegeben, mit Unterstützung der Erzieherin eigene Wünsche und Bedürfnisse kund zu tun. Der tägliche Morgenkreis in der Gruppe dient als Forum, den Tagesablauf gemeinsam zu gestalten, eigene Wünsche in Einklang mit den Gruppenmitgliedern sozial vorzubringen und Struktur einzubringen. Im Rahmen der Öffnung haben die Kinder im Freispiel nach dem Morgenkreis die Möglichkeit den Raum, das Material und die Spielpartner selbst zu entscheiden und so ganzheitlich und individuell zu lernen.

Autonomieentwicklung begleiten

Die Autonomiephase ist ein essenzieller Meilenstein in der emotionalen Entwicklung eines Kindes, denn sie bringt nicht nur den individuellen Willen zum Vorschein, sondern stellt auch eine Überwindung von Hindernissen in den Fähigkeiten des Kindes dar. Wutausbrüche treten oft auf und verbergen häufig nur Verzweiflung.

In den ersten drei Lebensjahren ist die rechte Gehirnhälfte, die für unsere Gefühle zuständig ist, viel ausgeprägter. Die linke Gehirnhälfte, die für das Denken und Sprechen verantwortlich ist, hingegen wird bei einem Gefühlssturm völlig blockiert. Deshalb sind Unterstützung und Begleitung aus diesem Sturm für die Kinder so wichtig.

Die Pädagogen begleiten und unterstützen die Kinder in einer solchen Situation ganz individuell.

Die gelingt mit der Co-Regulation:

  • auf Augenhöhe gehen
  • Bedürfnisse verbalisieren
  • Sicherheit geben
  • die Führung übernehmen, Gefühle für das Kind benennen
  • Welches unerfüllte Bedürfnis steckt hinter dem Verhalten?
  • in Verbindung bleiben: „Ich bin für dich da.“, „Deine Gefühle sind okay.“
  • ruhig und geduldig reagieren

In der Autonomiephase geht es auch darum, dass Kinder beginnen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihre Umgebung zu erkunden. Es ist eine bedeutende Situation, in der Kinder lernen, selbständig zu sein und ihre Persönlichkeit zu entwickeln.

Durch achtsames Handeln wird Vertrauen geschaffen:

  1. Dem Kind wird in einem gewissen Maße Raum geben, um seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Es darf beispielsweise selbst entscheiden, mit welchen Materialien es spielen bzw. bei welcher Aktivität es dabei sein möchte.
  2. Wenn ein Kind „Fehler“ macht, wird geduldig und unterstützend gehandelt. „Fehler“ sind ein wichtiger Teil des Lernprozesses und tragen dazu bei, dass Kinder ihre Fähigkeiten verbessern.
  3. Mit den Kindern wird über Gefühle und Gedanken gesprochen. Ebenso erhalten sie dabei Unterstützung, wie sie ihre Emotionen ausdrücken können und verstehen lernen.
  4. Die klaren Regeln und Grenzen bieten den Kindern in der Kita Sicherheit und Orientierung. Gleichzeit wird aber auch entsprechend Freiraum zur eigenen Entfaltung gegeben.
  5. Die Pädagogen übernehmen die Rolle des Vorbilds. Auf einen achtsamen und respektvollen Umgang mit den Mitmenschen wird geachtet.

Durch achtsames Zuhören und gezieltes Beobachten wird jedes einzelne Kind individuell wahrgenommen und in seinem Autonomieerleben begleitet. Achtsamkeit hilft dabei Stress und Konflikte zu vermeiden.

Beziehungsvolle Pflege in der Kinderkrippe

Beziehungsvolle Pflege wird oft im Kontext der Kleinkindbetreuung verwendet und bezeichnet einen Ansatz, bei dem Pflegesituationen, wie Wickeln, Essen oder Schlafen als wertvolle Momente der Interaktion und Beziehungsgestaltung betrachtet werden. Es geht darum, dem Kind in diesen alltäglichen Situationen Aufmerksamkeit, Respekt und Zeit zu schenken und ihm zu ermöglichen, aktiv an den Handlungen teilzunehmen.

Beispiele hierfür sind bei uns in der Einrichtung:

  • Achtsame Begleitung, durch Blickkontakt, Mimik und Gestik, aktives Zuhören und wertschätzende Kommunikation während den Wickelsituationen und der Sauberkeitserziehung.
  • Individuelle Bedürfnisse werden wahrgenommen und entsprechend darauf reagiert.
  • Partizipation wird vor allem durch das „Kind des Tages“ und die freie Entscheidung, mit welchen Materialien, an welchem Ort, mit wem und wie lang es spielt, ermöglicht. Zudem können sich die Kinder frei entscheiden, mit wem und wann sie zum Wickeln gehen möchten.
  • Die immer gleichbleibenden Rituale und der strukturierte Tagesablauf bieten Sicherheit und Orientierung.
  • Durch die immer wiederkehrende positive Kommunikation über den ganzen Tag hinweg wird dem Kind vermittelt, dass es selbst Wünsche und Bedürfnisse äußern darf.
  • Durch die aktive Mitarbeit der Kinder, während den Mahlzeiten und Pflegesituationen, wird ihre Selbständigkeit gefördert und begleitet.
  • Bereits während der Eingewöhnung wird durch feinfühliges Verhalten eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass beziehungsvolle Pflege eine Haltung ist, die auf Respekt, Achtsamkeit und Wertschätzung basiert. Sie ermöglicht es, Pflegesituationen als wertvolle Momente der Beziehungsgestaltung zu nutzen und das Kind in seiner Entwicklung zu unterstützen.

Ko-Konstruktion – Von- und Miteinanderlernen im Dialog

Getreu nach dem afrikanischen Sprichwort:

„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“, sehen wir es als selbstverständlich an, unsere Kinder, als aktive Mitgestalter ihrer eigenen Bildung und Entwicklung so weit wie möglich miteinzubeziehen.

Durch gewaltfreie Kommunikation nach M. B. Rosenberg leben wir den Kindern zum einen adäquaten Austausch im Konfliktmanagement vor, zum anderen helfen wir ihnen so, selbst die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und zu benennen.

Kind und Umwelt sind zugleich aktiv – hier gilt es, mit viel Einfühlungsvermögen die eigenen Bedürfnisse und Grenzen und die der anderen zu erkennen und im Dialog zufriedenstellende Lösungen für alle zu finden.

4.3 Bildungs- und Entwicklungsdokumentation für jedes Kind

Portfolio

Für jedes Kind in unserer Kita wird ein Portfolio angelegt, das das Kind vom Eintritt in die Kindertagesstätte bis zum Austritt begleitet. Das Portfolio begleitet das Kind während seiner Entwicklungszeit in der Krippe und im Kindergarten und trägt zur Dokumentation der Entwicklung bei. Das Kind selbst kann somit erkennen, was es selbst kann und welche Stärken es hat. Im Portfolio werden die Lernprozesse der Kinder dokumentiert.

Beobachtungsbögen und Entwicklungsgespräche

Die Beobachtung der Kinder ist ein zentraler Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit, da sie uns ermöglicht, die individuelle Entwicklung jedes Kindes genau wahrzunehmen, zu verstehen und gezielt zu fördern. Dabei bedienen wir uns sowohl der freien Beobachtung, bei der das Verhalten und Erleben der Kinder situativ und ohne vorgegebene Struktur erfasst wird, als auch vorgegebener Beobachtungsmuster in Form standardisierter Beobachtungsbögen.

Für die Kindergartenkinder nutzen wir unter anderem die Bögen PERIC, CELDAC und SISMIC, während für unsere Krippenkinder unter drei Jahren MONDAY zum Einsatz kommt. Diese Instrumente helfen uns, Entwicklungsschritte systematisch zu dokumentieren, Fortschritte sichtbar zu machen und Förderbedarfe frühzeitig zu erkennen. Die Beobachtungen werden regelmäßig im Team besprochen, um unterschiedliche Perspektiven einzubringen und gemeinsame pädagogische Entscheidungen zu treffen.

Die Ergebnisse der Beobachtungen fließen sowohl in die pädagogische Planung der jeweiligen Kinder ein als auch in die Entwicklungsgespräche mit den Erziehungsberechtigten, die bei uns mindestens einmal im Jahr stattfinden. In diesen Gesprächen werden bereits erzielte Entwicklungsschritte, noch bestehende Lern- und Förderbereiche sowie individuelle Zielvereinbarungen gemeinsam mit den Eltern festgelegt. Dabei legen wir großen Wert auf eine ressourcenorientierte und kompetenzfördernde Haltung: Wir betonen die Stärken und Fähigkeiten der Kinder, erkennen Entwicklungspotenziale an und planen gemeinsam Maßnahmen, um das Kind optimal zu unterstützen.

Darüber hinaus nutzen wir die Ergebnisse der Beobachtungen, um unsere pädagogische Arbeit kontinuierlich zu reflektieren und anzupassen. So können wir sicherstellen, dass wir die Kinder in ihren individuellen Bedürfnissen, Interessen und Kompetenzen begleiten und fördern. Die Kombination aus systematischer Beobachtung, Teamreflexion, Zielvereinbarungen und dialogischer Kommunikation mit den Eltern bildet die Grundlage für eine zielgerichtete, transparente und kindgerechte Entwicklungsbegleitung in unserer Einrichtung.

 

  1. Kompetenzstärkung der Kinder im Rahmen der Bildungs- und Erziehungsbereiche

 5.1 Angebotsvielfalt – vernetztes Lernen in Alltagssituationen und Projekten

Durch Beobachtungen und Dialoge mit den Kindern erkennen wir Interessen und Bedürfnisse, nach denen wir unsere pädagogischen Angebote und unsere Materialien planen und gestalten.

5.2 Vernetzte Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsbereiche

Werteorientierung und Religiosität

 Gemäß dem Jahreskreis finden regelmäßig religiöse Feste und Gottesdienste statt. Wir bemühen uns die religiösen Feste sehr kindgerecht zu feiern. Zu Erntedank, an St. Martin, an Weihnachten, zu Gedenken an den Heiligen Blasius, an Ostern sowie zum Abschluss des Kindergartenjahres finden Gottesdienste statt, wo alle Kinder und Eltern eingeladen sind.  Ein Gebet sprechen oder singen, ein religiöses Bilderbuch betrachten oder einfach nur still werden. So beginnen wir den Morgenkreis. Gott zu erkennen und Religion zu leben wird fest in unserer täglichen Arbeit integriert. Auch vor den Mahlzeiten sprechen wir ein Gebet.

Unsere religionspädagogischen Themen veranschaulichen wir durch das Darstellen von biblischen Geschichten. Dabei orientieren wir uns an dem Religionspädagoge Franz Kett. In unserem Morgenkreis sowie bei Festen und Veranstaltungen in unserem Haus schaffen wir eine gestaltete Mitte, um für alle eine stimmungsvolle Atmosphäre zu erschaffen. In der Atmosphäre, gestaltet durch die verschiedensten Materialien, erfährt das Kind und auch die teilhabenden Erwachsenen eine innere Neuorientierung.

Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte

Die emotionale und soziale Entwicklung der Kinder steht in unserer pädagogischen Arbeit im besonderen Fokus. Wir sehen jedes Kind als einzigartiges Wesen mit individuellen Gefühlen, Bedürfnissen und Ausdrucksformen. Emotionen zu zeigen, zu verstehen und mit ihnen umzugehen, ist ein wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung – und eine Grundlage für ein gesundes Selbstbewusstsein und gelingende Beziehungen.

Wir begleiten die Kinder dabei, ihre Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und auszudrücken. Durch achtsame Zuwendung und eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen wir einen sicheren Rahmen, in dem Kinder sich öffnen und verstanden fühlen können. So lernen sie, sowohl Freude, Stolz und Begeisterung als auch Wut, Enttäuschung oder Traurigkeit als Teil ihrer Gefühlswelt anzunehmen.

Das soziale Miteinander in der Gruppe bietet den Kindern täglich viele Gelegenheiten, Beziehungen zu gestalten, Freundschaften zu schließen und Empathie zu entwickeln. Wir fördern aktiv Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Mitgefühl und geben den Kindern Raum, ihre sozialen Kompetenzen im Alltag zu erproben und zu stärken.

Konflikte sehen wir als wichtigen und natürlichen Bestandteil des Zusammenlebens. Sie bieten den Kindern Lernchancen – im Aushandeln, im Verstehen von Perspektiven und im Finden gemeinsamer Lösungen. Unsere pädagogischen Fachkräfte begleiten die Kinder in Konfliktsituationen mit Ruhe und Einfühlungsvermögen. Wir unterstützen sie dabei, ihre Gefühle zu äußern, Bedürfnisse zu formulieren und Wege zu finden, wie ein respektvolles Miteinander gelingen kann.

Uns ist wichtig, Konflikte nicht zu vermeiden, sondern sie kindgerecht zu thematisieren und zu bearbeiten. Durch diese gemeinsame Reflexion erfahren Kinder, dass ihre Meinung zählt, dass es unterschiedliche Sichtweisen geben darf und dass sie selbst zu einer positiven Lösung beitragen können. So fördern wir Selbstwirksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und einen wertschätzenden Umgang miteinander.

Sprache und Literacy

„Man kann nicht nicht kommunizieren, denn Sprache ist der Schlüssel zur Welt!“

Die Spracherziehung erfolgt in unserer Einrichtung ganzheitlich. Im Zentrum des Geschehens steht nicht nur der Sprecher und der Hörer, sondern das Kind als ganze Persönlichkeit, mit all seinen Sinnen, seinem Bewegungsdrang, seiner Neugier, seinen Stärken und Schwächen. Spracherziehung ist daher in den Tagesablauf eingebunden und findet sowohl bei der alltäglichen pädagogischen Bildung, wie z.B. beim Betrachten von Bilderbüchern, beim Gespräch mit dem Einzelkind oder mit der Gesamtgruppe im Morgenkreis sowie im Freispiel statt. Unser Bestreben ist es, dass das Kind zum Zeitpunkt des Wechsels in die Grundschule die deutsche Sprache soweit beherrscht, dass es dem Unterricht von Anfang an folgen kann.

Des Weiteren nehmen Kinder, die Bedarf haben und Deutsch als Zweitsprache erwerben und die im letztem Kindergartenjahr sind, am „Vorkurs Deutsch“ Bayern teil. Dies passiert in Zusammenarbeit einer päd. Fachkraft der Einrichtung und einer Lehrkraft der Grundschule Burgau, da gemeinsam 240 Stunden zu leisten sind. Dabei wird der sprachliche Lern- und Entwicklungsprozess des Kindes beobachtet und eine entsprechende Förderung abgestimmt.

Digitale Medien

Informations- und Kommunikationstechnik sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Bereits die Allerjüngsten haben Erfahrungen in unserer Einrichtung mit digitalen Medien, wie Handy, Tablet und Computer.
Medien und Tablets begleiten unseren Kindergartenalltag. Selbstbestimmtes und selbstwirksames Handeln stehen unter Einhaltung der Medienregeln im Fokus. Wichtig ist uns dabei die altersgerechte, kreative Medienarbeit, Medienprojekte und der Erwerb von Medienkompetenz. Großen Wert legen wir auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien und das Gespräch über Medien. Die Elternarbeit ist uns wichtig, deshalb informieren wir sie über unsere Projekte. Ein wichtiger Bestandteil bei unserer Arbeit mit digitalen Medien in der Einrichtung sind der kindersicherer Medienzugang, Recht auf Privatsphäre und Datenschutz.

Mathematik, Informatik Naturwissenschaften und Technik

Für viele Bereiche des Alltags ist eine erste Orientierung in der Welt der Mathematik wichtig. Hierbei handelt es sich natürlich nicht um den Mathematikunterricht, den man aus der Schule kennt, sondern es sollen vor allem erste Grundlagen spielerisch gelegt werden.  Wir bieten den Kindern ausreichend Möglichkeiten zum Sammeln, Beobachten und Erkunden. Wir geben ihnen Zeit Dinge zu erklären und zu verstehen. Wir schaffen alltägliche Situationen, Angebote und Materialien, bei denen naturwissenschaftliche und technische Grundkenntnisse erworben und Handlungsstrategien angewendet werden können. Ebenso können verschiedenen mathematische Körper und Flächen, wie etwa Kreis, Kugel, Quadrat usw. mit allen Sinnen erfasst werden und erhalten hierbei einen Namen. Durch alltägliche Erlebnisse, wie z.B. gemeinsames Backen und Kochen, aber genauso beim Basteln und Handwerken werden verschiedene Grundlagen aus der Mathematik geübt und verinnerlicht. Darüber hinaus finden pädagogische Angebote statt, insbesondere an unserem Schlautag, die die mathematische Bildung sowie die Zahlenerkenntnis der Kinder erweitern.

Umwelt und Natur – Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Kita „Heilig Kreuz“ ist eine Kindertagesstätte, in der nicht nur frisch und gesund aus ausschließlich regionalen Produkten gekocht wird, sondern die Kinder schon früh viel über gesunde Ernährung lernen, selber Kräuter züchten und miterleben und wie in unserem geplanten Hochbeet in unserem Garten Gemüse und Beeren wachsen. Gesunde Lebensmittel, Ernährung, Natur und Tiere spielen in unserem Alltag eine wichtige Rolle. Die Kinder können, durch unsere ländliche Umgebung, die durch Wälder und Wiesen geprägt ist, auf ganz natürliche Art und Weise die Flora und Fauna bei gemeinsamen Spaziergängen erkunden und kennenlernen. Verschiedene Naturvorgänge können gemäß den verschiedenen Jahreszeiten spielerisch bestaunt werden. Durch Experimente in der Natur und gemeinsame Aktionen wie Naturtage sollen die Kinder ihre Umwelt und die Natur erforschen, erkennen, lieben und bestaunen lernen.

 Musik, Ästhetik, Kunst und Kultur

 Künstlerische und kulturelle Erfahrungen eröffnen den Kindern neue Ausdrucksformen und fördern ihre kreative Entwicklung. Musik, Kunst und ästhetische Erlebnisse bereichern den Alltag der Kinder und unterstützen ihre Fantasie, Wahrnehmung und Sensibilität. Deshalb legen wir großen Wert auf vielfältige Angebote, die die individuelle Kreativität und Ausdrucksfähigkeit jedes Kindes stärken. Ein besonderes Highlight ist unser jährlicher Theaterbesuch, der den Kindern Kultur auf lebendige und spielerische Weise näherbringt.

Auch im täglichen Miteinander achten wir darauf, dass die Ästhetik nicht zu kurz kommt. Ob an der Garderobe mit klaren Symbolen, die den Kindern ihren Platz zeigen, beim sorgfältig gedeckten Tisch mit ordentlichen Tellern, Besteck und Tassen, bei Bildkarten, die den Essensstatus der Kinder anzeigen, oder an unserer Magnetwand, die zeigt, in welchem Raum sich die Kinder gerade aufhalten – all dies schafft Orientierung und Struktur. So können auch Eltern in der Abholsituation jederzeit nachvollziehen, wo sich ihr Kind befindet. Diese durchdachte und ästhetische Gestaltung spiegelt sich in sämtlichen Alltagssituationen wider und vermittelt den Kindern ein Gefühl von Ordnung, Wertschätzung und Sicherheit.

 Kreative Angebote

 Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Kinder ihre Kreativität bei vielen Gelegenheiten ausleben, erfahren und erweitern können. Der kreative Prozess wird durch freies Konstruieren beim Malen und Gestalten, aber auch durch Ausprobieren mit verschiedenen Materialien in unseren Funktionsräumen und der Umsetzung eigener Ideen entwickelt.

Musik

Elemente der Musik wie Singen, Klanggeschichten sowie Tänze werden in unserer Kita in allen abzudeckenden Bildungsbereichen wieder aufgegriffen und fließen als ein fester Bestandteil in unseren Alltag mit ein. Unsere Kinder erlernen und singen Lieder zu verschiedenen Themenbereichen. Neben dem Einstudieren von Geburtstags-, Weihnachts- und religiösen Texten, lernen unsere Kinder auch verschiedenste Lieder zu unseren Themen und Projekten. Klanggeschichten und mit Musik untermalte Traumreisen finden regelmäßig im Musikraum und Snoezelenraum statt.

In Kooperation mit der Musikschule findet für die Kindergartenkinder wöchentlich musikalische Früherziehung statt. Hierbei wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Vermittlung musischer Fähigkeiten gelegt. Hierunter fällt nicht nur der erste Kontakt- mit Musikinstrumenten, sondern auch die spielerische Schulung des Gehörs, des Rhythmusgefühls sowie der Motorik in Form von Bewegung uns Tanz, ein umfassendes Erfahren der eigenen Sinne.

Gesundheit, Bewegung, Ernährung, Entspannung und Sexualität

 Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder stehen in unserer pädagogischen Arbeit im Mittelpunkt. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf Bewegung, da sie die körperliche Entwicklung, motorische Fähigkeiten und das Selbstbewusstsein der Kinder nachhaltig fördert. In Zusammenarbeit mit einer Sportwissenschaftlerin bieten wir regelmäßig gezielte Bewegungsangebote an, die als präventive Gesundheitsmaßnahme durch die Techniker Krankenkasse unterstützt werden. Einmal wöchentlich führt die Sportwissenschaftlerin gemeinsam mit einer verantwortlichen Kollegin Bewegungsangebote für die Kinder durch, die Freude an Bewegung wecken und gleichzeitig soziale Kompetenzen wie Kooperation, Rücksichtnahme und Teamgeist fördern. Täglich finden zudem freie Bewegungsangebote in der Turnhalle statt, außer Donnerstag und Freitag, wenn die Krippenkinder die Halle nutzen. Auch für die Mitarbeitenden gibt es regelmäßig Angebote zur Förderung der Gesundheit und Bewegung.

Ein weiterer zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist die gesunde Ernährung und Hygiene. Am Vormittag steht ein reichhaltiges, gleitendes Frühstücksbuffet bereit, an dem die Kinder sich selbstständig bedienen können. Mittags bereiten wir täglich frisch gekochtes Essen im Haus zu, und am Nachmittag gibt es Obst und Gemüse. Unsere Küche wird regelmäßig von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gecoacht, um den Speiseplan kontinuierlich zu optimieren. Die Kinder werden immer wieder in die Zubereitung der Mahlzeiten einbezogen oder können in der Kinderküche selbst kochen. Händewaschen vor dem Essen und nach dem Toilettengang ist für uns selbstverständlich, ebenso das hygienische Nasenputzen sowie Husten und Niesen in den Ellenbogen.

Darüber hinaus können die Kinder sich immer wieder in den Ruheräumen oder im Snoezelen-Raum zurückziehen, wenn sie Ruhe oder Entspannung benötigen. Hin und wieder bieten die Kolleginnen und Kollegen gezielte Meditationen an, und im Rahmen der Öffnung können die Kinder selbstständig entscheiden, wann sie diese Bereiche nutzen möchten.

Auch altersgerechte Sexualerziehung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Die Kinder lernen dabei spielerisch, altersgemäß ihren Körper wahrzunehmen, Grenzen zu erkennen und Selbstbewusstsein in Bezug auf ihre körperliche und emotionale Entwicklung zu stärken.

Diese ganzheitliche Kombination aus Bewegung, gesunder Ernährung, Hygiene, gezielter Entspannung und Sexualerziehung legt die Grundlage für ein bewusstes Gesundheitsverständnis, fördert die Selbstständigkeit und unterstützt die Kinder in ihrer körperlichen, sozialen und emotionalen Entwicklung.

Ruhen im Kindergarten

Das Schlafbedürfnis eines Kindes ist unterschiedlich. Dies heißt für uns, dass sich die Dauer des Schlafes nach den individuellen Bedürfnissen des Kindes richtet.

Täglich um 13:00 Uhr findet im Kindergarten unsere Ruhephase statt. Kinder, die müde sind, haben die Möglichkeit im Mehrzweckraum ihr Schlafbedürfnis zu decken. Kinder, für die der Mittagsschlaf eher unnötig und belastend ist, können sich neben ruhigen pädagogischen Angeboten leise beschäftigen.

Ruhe- und Schlafphase in der Kinderkrippe

Ruhephasen und Rückzugsmöglichkeiten nehmen in der Kinderkrippe einen großen Bestandteil ein. Während der Freispielzeit haben die Kinder immer wieder die Möglichkeit sich zurück zu ziehen und sich auszuruhen.

Zudem stellen Ruhephasen die beste Möglichkeit zur Festigung von erlernten Fähigkeiten dar.

Jede Krippengruppe hat angrenzend an ihren Gruppenraum einen Schlafraum. Jedes Kind hat sein eigenes Bett, welches sich immer am gleichen Platz befindet. Die Kinder bringen je nach Bedürfnis einen Schlafsack oder eine Decke von Zuhause mit, dies wird regelmäßig in der Kita gewaschen. Gerne darf auch ein Kuscheltier, -tuch und Schnuller mitgebracht werden. Ein Kopfkissen ist bei kleinen Kindern nicht notwendig.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen gehen die Kinder zum Hände- und Mundwaschen. Währenddessen wird der Gruppenraum etwas abgedunkelt. Kinder, welche in der Kita Schlafen bzw. zur Ruhe kommen, erhalten je nach Bedarf eine frische Windel oder gehen auf Toilette. Beim Ausziehen und Anziehen eines möglichen Schlafanzuges erhalten die Kinder Unterstützung vom päd. Personal.

Sobald die Kinder bereit sind, dürfen sie nach und nach in den Schlafraum gehen (ca. 12:15 Uhr). Der Raum ist bereits abgedunkelt und bietet mit beruhigender Musik eine angenehme Atmosphäre. Die Kinder können langsam zur Ruhe kommen und werden von mind. einer päd. Fachkraft begleitet, welche auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen kann.

Kinder, welche bis spätestens 13:00 Uhr nicht eingeschlafen sind, dürfen mit der päd. Fachkraft den Schlafraum verlassen und sich im Gruppenraum ruhig beschäftigen. Die schlafenden Kinder werden durch ein Baby-Phone und zusätzlichen persönlichen Kontrollen überwacht. Spätestens um 14:00 Uhr wird die Türe des Schlafraumes ganz geöffnet, so können die Kinder langsam erwachen. Die Kinder werden vom päd. Personal beim Anziehen unterstützt und gewickelt.

Sauberkeitsentwicklung

Die Sauberkeitsentwicklung betrifft sowohl den Krippen, als auch Kindergartenbereich, da die Kinder im Schnitt ab dem Alter von ca. 2,5 Jahren mit dem Toilettengang beginnen. Dieser Prozess ist vom Kind selbstbestimmt, benötigt aber von den Eltern und Pädagogen eine ganz individuelle und feinfühlige Begleitung. Durch entsprechende Materialen wie Bilderbücher oder Töpfchen für die Puppen kann die Thematik auch im Freispiel spielerisch unterstützt werden. Ebenso ist eine enge Kooperation zwischen dem Elternhaus und der Kindertagesstätte notwendig, wie das jeweilige Kind entsprechend begleitet werden kann.

Lebenspraxis

In unserer Kindertagesstätte legen wir großen Wert darauf, dass Kinder alltagspraktische Fähigkeiten und Selbstständigkeit entwickeln. Unter dem Begriff „Lebenspraxis“ verstehen wir alle Tätigkeiten, die den Kindern ermöglichen, Verantwortung für sich selbst und ihr Umfeld zu übernehmen und dabei ihre Handlungskompetenz zu stärken.

Dazu gehören zum Beispiel das Selbstständige An- und Ausziehen, das Zubereiten von Snacks, das Tischdecken und Abräumen oder das Pflegen der eigenen Garderobe. Auch das Einhalten von Regeln, das Organisieren von Materialien und das Mitgestalten des Gruppenalltags zählen dazu.

Durch die aktive Beteiligung an alltäglichen Aufgaben lernen Kinder nicht nur praktische Fertigkeiten, sondern auch soziale Kompetenzen wie Kooperation, Rücksichtnahme und Geduld. Sie erfahren, dass ihr Handeln Wirkung zeigt und dass sie selbst Teil einer funktionierenden Gemeinschaft sind.

Lebenspraxis bedeutet für uns auch, Kinder mitbestimmen und Entscheidungen treffen zu lassen, sei es bei der Wahl von Aktivitäten, beim Einsatz von Materialien oder bei kleinen Gruppenprojekten. So fördern wir das Selbstvertrauen, die Eigenständigkeit und die Verantwortung der Kinder im Alltag.

 

  1. Kooperation und Vernetzung – Anschlussfähigkeit und Bildungspartner unserer Einrichtung

 6.1 Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern

Eltern als Mitgestalter

Durch die jährliche Wahl eines Elternbeirates haben Eltern die Möglichkeit aktiv an der

Jahresgestaltung des Kindergartens teilzunehmen. Die wichtigste Funktion des Elternbeirats ist, dass er ein Bindeglied zwischen Elternschaft und Kita-Personal darstellt. Weitere Aufgaben können sein:

  • Gemeinsam Aktivitäten gestalten und mitbestimmen
  • Veranstaltungen mitgestalten
  • Informationsaustausch

Der Elternbeirat ist unterstützend und beratend tätig. Es finden regelmäßig Elternbeiratssitzungen statt.

Differenziertes Angebot für Eltern und Familien

In regelmäßigen Abständen bieten wir Elternabende mit Referenten zu bestimmten Themen an, sowie Elterngespräche und Tür- und Angelgespräche. Gleichzeitig erhalten die Eltern regelmäßig Elternbriefe und Infos über unsere Kita-App „Stay informed“. Ebenso erhalten Sie Infos an der Pinnwand im Eingangsbereich. Nach Absprache mit dem Kita-Personal besteht die Möglichkeit zu hospitieren. Somit erhalten Sie einen Einblick in unseren pädagogischen Alltag.

6.2 Partnerschaften mit außerfamiliären Bildungsorten…

  • Mit den städtischen Kitas

– gemeinsame Teilnahme an der Kinderbrotspeisung am gumpigen Donnerstag

– Faschingsumzug am Rosenmontag

  • Mit der Grundschule

Eine gute Kooperation mit der Grundschule ist uns wichtig, um den Eltern mit ihrem

Kind den Übergang zu erleichtern.

  • Mit den Förderstellen

Zusammenarbeit mit der Frühförderung, Logopäden, Kinderpsychologen

  • Mit öffentlichen Ämtern

Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt, Jugendamt, Landratsamt – Kindergartenfachberatung

  • Mit schulischen Institutionen

– Ausbildungsstätten von Praktikantinnen/Praktikanten

– Grundschule, Mittelschule, Realschule, Gymnasium, Fachoberschule

  • Mit dem Caritasverband der Diözese Augsburg

Referat Bildung und Entwicklung

Kindergartenfachberatung

  • Mit dem Kitazentrum St. Simpert
  • Mit verschiedenen Institutionen wie z.B. Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Ärzte, Rathaus, Imker und viele mehr.

6.3 Soziale Netzwerkarbeit bei Kindeswohlgefährdungen

Schutzauftrag

Der § 8a SGB VIII beinhaltet den „Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung“. Unsere pädagogische Aufgabe ist es, die Ressourcen und Kompetenzen der Eltern zu stärken und zu fördern, mit dem Ziel, dem uns anvertrauten Kind ein stabiles soziales Umfeld zu ermöglichen. In unserer Arbeit gestalten wir tragfähige und authentische Beziehungen zu den Kindern. Ziel unserer Arbeit ist es, Faktoren, die eine positive Entwicklung verhindern sollten rechtzeitig zu erkennen und zu minimieren. Gemäß dem Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII sind wir als Einrichtung angehalten, bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung auf unterstützende Hilfen hinzuwirken. Sind von uns eingeleitete Interventionen ohne Erfolg, kooperieren wir mit dem zuständigen Jugendamt.

Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und dem Kreisjugendamt des Landkreises Günzburg setzen wir uns regelmäßig mit den Inhalten und Themen des § 8a auseinander.  

 

  1. Unser Selbstverständnis als lernende Organisation

7.1 Unsere Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung

  • Fortbildungen:
    Das pädagogische Team bildet sich mehrmals im Jahr durch verschiedene Fortbildungen weiter. Die Themen wählt jede Mitarbeiterin nach ihren Kompetenzen und Interessen aus.
  • Formen der Teamarbeit:
    – Gruppenleiterteam: Einmal pro Woche treffen sich alle Gruppenleitungen. Hier werden unter anderem Rahmenbedingungen organisiert, Themenschwerpunkte erarbeitet, Aufgaben verteilt.
    – Gemeinsame Teamsitzungen: Alle zwei Wochen findet eine gemeinsame Teamsitzung statt. In dieser werden zum Beispiel die pädagogische Arbeit reflektiert, Fallbesprechungen durchgeführt oder Informationen ausgetauscht.
    – Kleinteam: Einmal pro Woche hat jede Gruppe ein gruppeninternes Team mit allen pädagogischen Mitarbeiterinnen der Gruppe. Hier werden Gruppenprozesse, Fallbesprechungen, pädagogische Angebote usw. besprochen.
  • Mehrmals im Jahr finden Teamtage statt. Hier besteht die Möglichkeit zur gezielten Reflexion von pädagogischen Prozessen.
  • Mitarbeitergespräche
    Einmal im Jahr hat jede Mitarbeiterin unserer Kita ein Mitarbeitergespräch.
  • Fachberatung und Leiterinnenkonferenzen:
    Mehrmals im Jahr finden Konferenzen für alle Kita-Leitungen statt. Hier erhalten Leitungen wichtige Informationen und Änderungen im Bereich Bildung, Erziehung. Unterstützend begleiten uns Fachberatungen des Landratsamtes und der Caritas.
  • Elternumfrage:
    Jährlich wird durch unseren Träger, das Kitazentrum St. Simpert eine Elternumfrage herausgegeben.
  • Beschwerdemanagement:
    Zusammen mit unserem Träger, dem Kitazentrum St. Simpert wurde ein Beschwerdemanagement ausgearbeitet.

Eskalationspfad bei Anliegen oder Beschwerden:

  1. Ebene 1: Die zuständige Pädagogin spricht mit den Eltern über das Anliegen.
  2. Ebene 2: Wird keine Lösung gefunden, wird die Gruppenleitung eingeschaltet.
  3. Ebene 3: Danach übernimmt die Kita-Leitung das Gespräch.
  4. Ebene 4: Falls weiterhin keine Einigung erzielt wird, kann der Träger durch die Gebietsbeauftragte des Kita-Zentrums hinzugezogen werden. Desweiterhin gibt es auch die Möglichkeit die Caritas Fachberatung miteinzubeziehen.
  • Elternbriefkasten:
    Im Eingangsbereich hängt ein Briefkasten. Hier können Eltern ihr Anliegen uns jederzeit anonym mitteilen.

7.2 Weiterentwicklung unserer Einrichtung – geplante Veränderungen

Diese Konzeption wurde von Carina Held verfasst – in enger Zusammenarbeit mit dem gesamten Team der Kindertagesstätte Heilig Kreuz.

Alle Kolleginnen und Kollegen haben ihre Erfahrungen, Ideen und Gedanken eingebracht, damit dieses Konzept ein lebendiges Bild unserer täglichen Arbeit zeigt.

Unsere Konzeption verstehen wir als lebendiges Handwerkszeug, das sich stetig weiterentwickelt. Einmal im Jahr nehmen wir uns im Rahmen eines gemeinsamen Teamtages Zeit, unsere pädagogische Arbeit zu reflektieren und die Konzeption an aktuelle Entwicklungen, Erfahrungen und Bedürfnisse anzupassen. Zu diesen Team-Tagen laden wir regelmäßig Referenten des Caritas-Fachverbandes oder externe Fachkräfte ein, die uns mit neuen Impulsen und Perspektiven bereichern.

So bleibt unsere Konzeption immer in Bewegung – sie wächst mit den Kindern, den Familien und uns als Team.

Wir freuen uns, wenn Sie durch diese Konzeption einen Einblick in unsere pädagogische Haltung und unseren Alltag gewinnen – und laden Sie herzlich ein, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gestalten.

Ihr Team der Kindertagesstätte Heilig Kreuz

 

Stand: 06. Oktober 2025

Reflektionsgespräche und Eingewöhnungsgespräche, zusätzliche El­tern­ge­sprä­che nach Wunsch, El­tern­aben­de nach Wunsch der El­tern, Fam. Feste pas­send zum Jah­res­kreis