Klimalandkreis Günzburg
Der Landkreis Günzburg beteiligt sich am Programm „Klimakommune prozessorientiert“. Ziel ist es, Energie- und Klimaschutz dauerhaft in den Verwaltungsabläufen zu verankern, Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln und deren Umsetzung regelmäßig zu überprüfen. Für dieses Engagement kann der Landkreis als Klimalandkreis ausgezeichnet werden.
- Programm: Klimakommune prozessorientiert
- Ziel: Klimaschutz und Energieeffizienz systematisch in der Kreisverwaltung verankern
- Auszeichnung: Klimalandkreis
- Handlungsfelder: Sechs Maßnahmenbereiche – von Mobilität über kommunale Gebäude bis hin zu Kommunikation und Kooperation
- Überprüfung: Externes Audit alle vier Jahre
- Förderung: 70 % Förderung über das Klimaschutzprogramm Bayern
Kommunalvertreter stehen heutzutage vor besonderen Herausforderungen. Einerseits steht die Bekämpfung des Klimawandels im Fokus, andererseits grenzt die Haushaltslage vieler Kommunen den Handlungsspielraum stark ein. Das führt häufig dazu, dass das wichtige Thema Energie- und Klimaschutz im Verwaltungsgeschehen wenig berücksichtigt wird.
Eine erfolgreiche Energiewende und effektiver Klimaschutz fangen auf kommunaler Ebene mit einer guten Analyse der eigenen Handlungsmöglichkeiten und einer soliden Planung der Kommunalpolitik an.
Das Programm “Klimalandkreis” knüpft an die international anerkannten Standards des European Energy Award an und bei einer erfolgreichen Teilnahme kann das Label Klimalandkreis errungen werden.
Mit der Programmvariante “Klimakommune prozessorientiert” steht wie beim European Energy Award (eea) dem Landkreis ein Programm für die kommunale Energie- und Klimaschutzpolitik zur Verfügung, welches auf modernes Verwaltungshandeln abgestimmt ist, Managementprinzipien in Verwaltungen implementiert und alle inhaltlichen Anforderungen der kommunalen Energie- und Klimaschutzpolitik abdeckt.
Klimakommune prozessorientiert
Die Programmvariante “Klimakommune prozessorientiert” folgt grundsätzlich der bisherigen Arbeitsweise:
- Nutzung des Europäischen Managementtools (EMT)
- gestraffte und gekürzte Inhalte mit Konzentration auf das Wesentliche
- gleiche methodische Herangehensweise wie im bisherigen eea
- Schwerpunkt liegt auf der Begleitung der Kommune durch Klimacoaches
Er ist prozessorientiert angelegt und dient der Energieeinsparung, der effizienten Nutzung von Energie und der Steigerung des Einsatzes regenerativer Energien.
Neben der Steigerung der Energie- und Kosteneffizienz liefert die Teilnahme an dem Programm aussagekräftige Kennzahlen und eine fundierte Dokumentation der kommunalen Tätigkeiten.
Er hilft Prioritäten zu setzen, konkrete Maßnahmen zu identifizieren und stellt durch eine fortlaufende Betreuung durch den Berater sicher, dass die gewünschten Ziele erreicht werden können.
Durch fachübergreifendes Handeln wird eine prozess- und umsetzungsorientierte, langfristige und nachhaltige Energie- und Klimaschutzpolitik in Kommunen gefördert.
Kommunen und Kreise erhalten zu Beginn einen Überblick über den lokalen Ist-Zustand in Sachen Energie und Klimaschutz. Benannt werden Potenziale in den sechs Maßnahmenbereichen Entwicklungsplanung und Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Ver- und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation. Auf dieser Basis werden energetische Maßnahmen gezielt geplant und gesteuert und deren Umsetzung in regelmäßigen Abständen überprüft.
Das Programm „Klimakommune prozessorientiert“ ist verbindlich und hilft dem Landkreis zielgerichtet zu arbeiten. Der Landkreis wird als Klimalandkreis ausgezeichnet, wenn er die Vorgaben der ausgewählten Programmvariante erfüllt. Die Zielüberprüfung erfolgt alle vier Jahre. Bewertet werden dabei u. a. die Treibhausgasbilanzen der Gesamtstadt/Gemeinde nach BISKO und der kommunalen Verwaltung, anhand der Einhaltung des Minderungspfads, sowie eingereichte Highlightprojekte.
Die Programmvariante “Klimakommune prozessorientiert” baut auf dem internationalen European Energy Award auf und folgt grundsätzlich der bisherigen Arbeitsweise: Mit Hilfe des Maßnahmenkatalogs wird die Ist-Analyse der energie- und klimapolitischen Arbeit der Kommune erstellt. Kommunen haben hier die Möglichkeit ihre bereits umgesetzten Klimaschutzaktivitäten zuzuordnen und Potenziale zu identifizieren. Er dient zudem als Hilfsmittel und „Messlatte“ für das externe Audit und die Zertifizierung mit dem European Energy Award. Bei der Bewertung der Aktivitäten berücksichtigt der Katalog die entsprechenden Voraussetzungen und individuellen Gegebenheiten jeder Kommune.
Bestandteil des Maßnahmenkatalogs für Landkreise sind konkrete Maßnahmen des energie- und klimapolitischen Handelns in den sechs bewährten Maßnahmenbereichen:
- Entwicklungsplanung, Raumordnung
- Kommunale Gebäude und Anlagen
- Versorgung, Entsorgung
- Mobilität
- Interne Organisation
- Kommunikation / Kooperation
Erfolge der kommunalen Energiearbeit werden nicht nur dokumentiert, sondern auch honoriert. Wurden beim eea 50 % der möglichen Punkte erreicht, erhielten Kommunen und Landkreise den European Energy Award.
Das eea-Zertifikat hatte eine befristete Gültigkeit und musste alle vier Jahre durch ein externes Re-Audit bestätigt werden, um sicherzustellen, dass Klimaschutzarbeit kein Einzelprojekt ist und sich in das operative Geschäft einer Kommune eingliedert.
Auch zukünftig wird das Programm verbindlich und hilft zielgerichtet zu arbeiten. Die Kommune wird als Klimastadt, Klimagemeinde oder Klimalandkreis ausgezeichnet, wenn sie die Vorgaben der gewählten Programmvariante erfüllt. Die Zielüberprüfung erfolgt alle vier Jahre. Bewertet werden dabei u. a. die Treibhausgasbilanzen der Gesamtstadt/Gemeinde nach BISKO und der kommunalen Verwaltung, anhand der Einhaltung des Minderungspfads, sowie eingereichte Highlightprojekte.
Die Teilnahme am Programm „Klimalandkreis“ wird wie die Teilnahme am European Energy Award durch das Land Bayern i.A. der Regierung von Schwaben im Klimaschutzprogramm Bayern 2050 (Förderrichtlinie Kommunaler Klimaschutz – KommKlimaFÖR) mit einer 70-prozentigen Anteilfinanzierung gefördert
Gründung
Auf dem Bürgermeisterseminar 2012 wurde unter anderem das Thema Energie- und Klimaschutz thematisiert. Die Bürgermeister*innen erarbeiteten für ihre zukünftige energiepolitische Zusammenarbeit mit dem Landkreis das Modell des „Günzburger Energiepaktes“. Im Rahmen des „Energiepaktes“ verpflichten sich die Gemeinden drei aus sechs Kriterien zu erfüllen, so z.B. einen Energieverantwortlichen in der Gemeinde zu benennen, Energieberatung für Bürger anzubieten, oder ein kommunales Energiemanagement für die Liegenschaften anzubieten. Im Gegenzug macht der Landkreis den teilnehmenden Gemeinden verschiedene Angebote, welche sie bei der Umsetzung von Klimaschutzprojekten unterstützen. Darunter fällt beispielsweise ein regelmäßiger Newsletter, Exkursionen zu Vorbildprojekten, Angebote zur Gebäudebegehung durch einen Heizungsfachmann, oder Angebote im Rahmen von Kampagnen des Landkreises. Für die Abstimmung mit dem Landratsamt wählten die Bürgermeister*innen Herrn Bürgermeister Oberschmid zum Energiepakt-Koordinator.
Alle anwesenden Bürgermeister und Bürgermeisterinnen waren sich darin einig, dass dieser Pakt ein geeignetes Mittel darstellen kann, die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes und weitere Maßnahmen für eine effiziente und klima-schonende Energieversorgung voranzutreiben.
Geschichte
- 15. November 2012: Gründung des Energiepakts beim Bürgermeisterseminar
- 21. Januar 2014: Unterzeichnung des Energiepaktes von den Bürgermeistern
- 15. April 2015: Energiepakttreffen u.a. zum Thema Solarstrom zur Eigennutzung in kommunalen Liegenschaften, Heizungspumpentausch als Stromsparkampagne
- 21. September 2015: Energiepakt-Exkursion „Bürger-Nahwärmenetz“
- Bürgermeisterseminar 2015: Energienutzungsplan, Klimaschutzkonzept Rückschau
- 22. November 2016: Gemeinschaftstreffen von Energiepakt und Energieteam zu den Themen Solareigenstromnutzung und Speichertechnik, Solarkataster, kommunales Energiemanagement
- 18. Juli 2017: Energiepakt-Exkursion „Wärmewende – Günzburg Grundschule Südost“
- Coronapause
- Seit 2021: Neuer Energiepaktkoordinator ist Herr Alois Held, Bürgermeister der Stadt Thannhausen
- Seit 2022: Wiederbelebung des Energiepaktes
- März 2023: Zweitägige BGM-Tagung in Bad Grönenbach mit den Themen Energie und Klima